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Nachdem wir nun endlich die blog-Funktion durchschaut haben, können wir auch gelegentlich aus dem Leben der Schnappschützen berichten.

 

In Themen zusammengefasst findet Ihr

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Wild durch die Themenlandschaft

Mi

22

Okt

2014

Babyfotos mit Wehmut

Manchmal sehe ich mir noch mal die Baby-Galerie an, die Fotos mit all den kleinen, neugeborenen, zarten Menschlein. Ich schaue mir die Eltern an. Manche von ihnen haben wir bereits zur Hochzeit fotografiert und dann kamen sie mit ihrem Nachwuchs zu uns. Wir halten die ersten Momente fest, ich lerne diese Menschen in ihrem ersten Lebensjahr kennen. Und auf dem Foto sieht es so aus, als würde diese Zeit niemals vergehen, niemals vergehen können.

 

Dann kommen die Eltern 1 Jahr später mit ihrem Baby wieder und ich weiß, dieses kleine Menschlein vom Foto, das gibt es nicht mehr. Mich wird ein quirliges Kleinkind begrüßen, vielleicht kann es schon laufen. Dieselben Eltern, aber sie bringen ein anderes Kind mit. Manchmal bin ich versucht zu fragen, wo denn "das Kleine" ist, aber Gott sei Dank bin ich mental noch nicht so fragil.

 

Also fotografieren wir die 2. Runde. Ich lerne das Kind wieder neu kennen, eine Facette von ihm, die vorher noch nicht da war. Wieder wird ein Foto einer in dem Augenblick unvergänglichen Zeit gemacht.

 

Aber wie schnell vergeht die Zeit wirklich?... Das Jahr darauf ist die Windel verschwunden, die Eltern werden mit ihrem Kind älter... ich fasse es nicht. Die abgedroschene Phrase "wie die Zeit vergeht" war nie wundersamer. Ich gucke in den Spiegel, weil mir da eine Synchronität aufgeht: werden die älter, bin ich vermutlich auch betroffen. Unbegreiflich! Warum ist meine Tochter schon 16? Ich greife zum Fotoalbum und schaue mir mein Kind von damals an. Es ist weg. Es ist jemand anderes geworden. Natürlich, es ist jetzt nur mehr von sich selbst, aber als sie gerade geboren war, kannte ich sie nur ohne all diese Anteile.

 

Und da ist sie dann: die Wehmut, die weh tut. Die Melancholie, zu der mir die Worte fehlen. Die großen Fragen schauen mich an. Die größte von ihnen heißt "Leben", die zweitgrößte "Zeit" und zusammen machen sie mich fertig. Das einzige, das ich als Behelfslösung verdauen kann, ist die Zeit mit Leben zu füllen.

 

Mit größtmöglicher Hingabe werde ich mich der Familie widmen, die gleich das Studio betreten wird. Wohlwissend, dass die heute entstehenden Fotos morgen schon veraltet sein werden.

 

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Mi

15

Okt

2014

Was steht an: Besinnung... SCHNELLER!

10. Oktober

  • Schönster Altweibersommer. Noch einmal Menschen in T-Shirts und Sandalen in den Strassencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann plötzlich um
  • 10 Uhr 47 kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich B.: "Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!" Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.
  • Zunächst reagiert Tengelmann-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.
  • 15 Uhr 07: Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
  • 16 Uhr 32: Die Filialen von Penny und Ihr Kauf bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 12. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.

 

11. Oktober

  • 7.30 Uhr: Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleissenden Schein von 260000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen, immerhin haben jetzt auch Spar, Co-op und Tengelmann den Ernst der Lage erkannt.
  • 9.00 Uhr: Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
  • 9 Uhr 12: Tengelmann kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.
  • 12 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Co-op: "An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein frohes Fest gewünscht." Der Spar-Markt kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmassnahmen an.

 

12. Oktober

  • 7 Uhr: Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
  • 8 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisenversammlung fordert der aufgebrachte Penny-Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark "Weihnachten bis zum Äußersten!" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD "Weihnachten mit Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

 

13. Oktober

  • 8 Uhr: Anwohner in der Ladenstrasse versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung, die nun auch vom Spar-Markt angedrohte Musik-Offensive "Heiligabend mit den Flippers" zu stoppen.
  • 9 Uhr 14: Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor Adveniat, der gerade vor Karstadt zum grossen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
  • 9 Uhr 30: Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.

 

14. Oktober

  • Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver.
  • 10 Uhr 37: Auf dem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Co-op-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.
  • 12 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Co-op die Fussgängerzone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst.
  • 14 Uhr 30: Weite Teile der Innenstadt sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen.  

 

ENDE  

Frohe Weihnachten!

Dieser Text entstammt der Feder eines Unbekannten. Aber eines sehr humorbegabten Unbekannten.


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Mi

13

Aug

2014

Trash the dress für das Toyota Magazin

nichts ist undenkbar: Shooting am 7.8.2014

Am 7.8.2014 führten wir ein Trash-the-dress-Shooting durch, über das in der Septemberausgabe des Toyota-Magazin berichtet werden soll.

 

Mitgewirkt haben: Anna-Lena und Kevin Käbisch als Brautpaar mit großer Leidensfähigkeit, Jack Kulcke und Susanne Knechtges als Fotograf und Autorin für das Toyota Magazin sowie die Schnappschützen.

 

location: alter Güterbahnhof in Köln

 

Wetter: heiter bis wolkig und Gott sei Dank warm

 

Thema: lasst es krachen, nichts ist verboten.

 

Anna-Lena und Kevin sind hartgesotten. Das wussten wir vorher. Aber würden sie auch unseren Ideen standhalten, die uns in allem neuentdeckten Sadismus so durch den Kopf gingen?

 

Wir ließen die Dinge langsam angehen. Erst mal nur ein bisschen Farbpulver verschießen. Sich an das Gefühl gewöhnen lassen, dass ein weißes Brautkleid überbewertet wird.

So weit so gut: das Paar ist jetzt locker und während sie ein kleines Interview mit Susanne und Jack machen, bereiten wir schon mal ein neues Szenario vor, das die Schraube nicht andreht, sondern eher noch ein Stückchen weiter lockert. 

Kommen wir langsam zum sadistischen Part des Shootings. Hatten Sie nicht auch schon mal die Phantasie, mit Vollgas durch eine Pfütze zu rasen, und andere kriegen es ab?

 

Der Zeitpunkt für ein fieses breites Grinsen ist gekommen.

 

Es passt alles zusammen: der Toyota kommt ins Spiel, die Pfütze ist vom Regenguss frisch aufgefüllt, das Licht steht günstig. Und das Brautpaar ist abgebrüht genug, um vor nichts zurückzuschrecken.

 

Sie ahnen es schon: die Pfütze ist nicht nur zum Durchfahren geeignet.

 

Nächste Anweisung:

Rein in den Matsch, suhlt euch, wälzt euch, macht es euch gemütlich!

 

Fertig. In jeder Hinsicht. Die Bilder sind im Kasten, alle haben glühende Wangen vor Aufregung, und... müde sind wir.

 

Anna-Lena und Kevin ziehen sich um, wir sammeln unsere auf dem Gelände verstreuten Requisiten ein und alles, was jetzt noch fehlt, ist ein Kölsch!

 

10 Minuten später im Herbrands...

Großen Dank an Anna-Lena und Kevin, die ihren Job mehr als gut gemacht haben und an die Redaktionsabgeordneten Jack und Susanne für die Berichterstattung.

 

Das war eine coole Aktion. Das hat SPASS gemacht!

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Di

05

Aug

2014

Hochzeitsfotos: wenn Freunde fotografieren sollen

gut zu wissen...!

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Fr

18

Jul

2014

und was, wenn es regnet...?

Dann machen wir erst recht schöne Hochzeitsfotos!

 

Solange wir uns unter Deutschlands Himmel bewegen, müssen wir mit Regen rechnen. Regelmäßig erhält die Sonne eine besonders liebevoll gestaltete Einladungskarte zur Hochzeit, aber sie lässt sich leider nicht bestechen.

 

Deshalb ist die zweitmeistgestellte Frage unserer Paare: ... und was, wenn es regnet?

 

Fallen die Brautpaarshootings damit zwangsläufig ins Wasser?

 

Ja! Auf jeden Fall! Wir gehen raus. Mit Schirm, Charme und Gummistiefeln. Sonne kann jeder. Naja, denkt man, denn eigentlich ist das Licht bei Regen viel schöner. Der Himmel wirkt wie ein einziger großer Diffusor, der unschöne Schatten verhindert. Die Gesichter sind gleichmäßig ausgeleuchtet und die Haut wirkt wie weichgezeichnet. Würden die Bräute das wissen, würden sie die Einladung an die Sonne zurückfordern oder sie zumindest nur zur After-Shooting-Party einladen.

 

Es ergeben sich ungewöhnliche Spiegelungen in den Pfützen, die man nutzen kann. Die Farben sind satter. Regenschirme machen mindestens genauso schöne Farbtupfer wie Luftballons. Und auch ganz wichtig. Regengesichter sind bewegte Gesichter. Bewegte Gesichter ergeben bewegende Fotos. 

 

Last but not least: Regenfotos sind ungewöhnlich. Das kann ja auch kein Nachteil sein.

 

Wie solche Fotos aussehen können, zeigen wir Euch dann mal hier...

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Di

17

Jun

2014

Beleuchtung für Nachtaufnahmen

Wir danken für diesen zur Verfügung gestellten Beitrag.

 

 

Der richtige Standpunkt gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen der Nachtfotografie. Daher sollte man sich vorweg Gedanken machen und sorgfältig aussuchen. Möchte man etwa Gebäude oder ganze Städte bei Nacht fotografieren, so ist ein besonders hoher Standpunkt von Vorteil. Um verwackelte Bilder zu vermeiden, sollte man auf Störungen aus der unmittelbaren Umgebung achten. Fahrende Autos, Züge oder Straßenbahnen in der Nähe der Kamera oder des Stativs können Schwingungen erzeugen, die das Bild stören.

 

Um eine hohe Schärfentiefe zu erhalten, stelle am besten eine hohe Blendenzahl ein. Aus der kleinen Blendenöffnung resultiert zwar eine umso längere Belichtung, was aber bei Verwendung eines Stativs kein Problem darstellt. Bei Nachtaufnahmen sind Verschlusszeiten von 10 bis 30 Sekunden völlig normal.

 

Der Einsatz eines leistungsstarken Blitzes zum Aufhellen der Szenerie sollte wenn möglich vermieden werden. Er zerstört sicher jegliche schummrige Lichtstimmung, besonders, wenn Gegenstände oder Personen in unmittelbarer Nähe angestrahlt werden. Das muss nicht bedeuten, dass Blitzen bei Nachtaufnahmen immer eine schlechte Idee ist.

 

Viele perfekte Bilder für ein Fotoposter oder Fotobuch werden mit Blitz gemacht. Natürlich kann man mit einem Blitz Bewegungen einfrieren, zum Beispiel die Leuchtspuren eines fahrenden Autos. Einen Blitz mit geringer Intensität kann man auch einsetzen, wenn das Motiv im Vordergrund gegenüber dem Hintergrund etwas heller sein soll.

 

Wichtig ist allerdings auch die richtige Beleuchtung vor Ort. Je weniger helle Lichtquellen sich in dem Bildausschnitt befinden, desto besser. Sie lassen sich zwar nicht grundsätzlich vermeiden, können aber unschöne Reflexionen im Objektiv verursachen, die dann auch auf dem Fotoposter deutlich sichtbar werden (mehr Infos zum Fotoposter gibt es auf dieser Seite). Oftmals reicht es schon aus, den Standpunkt um wenige Meter zu ändern oder die Kamera in den Schatten zu stellen. Eine Gegenlichtblende kann wahre Wunder bewirken. Sie sorgt dafür, dass kein direktes Licht von der Seite auf die Linse gelangt.

 

Durch den hohen Kontrastumfang bei den meisten Nachtmotiven und der Tatsache, dass die heutigen Kameras mit ihrem Dynamikumfang diese Kontraste noch nicht besonders gut darstellen können, bietet sich das DRI-Verfahren zur nachträglichen Bildbearbeitung besonders an. Ein DRI bietet die Möglichkeit, ein überbelichtetes Foto in den hellen Bereichen Schritt für Schritt abzudunkeln, sodass die Nachtaufnahme für das Fotobuch oder Fotoposter gleichmäßiger aussieht.

 

Spannende und ungewöhnliche Perspektiven machen das Bild zu einem Hingucker und können sicher auch als Fotoposter funktionieren. Experimente mit dem Bildausschnitt und der Perspektive bringen oft den gewünschten Erfolg. Zu viele Regeln einzuhalten stören den Fotografen in seiner Kreativität. Auch Dynamik verzaubert die Nachtbilder in ausdrucksstarke Bilder für das Fotobuch. Belichtet man etwa eine befahrene Straße einen Tick länger, so bilden die entlangfahrenden Autos Lichtspuren und bringen die passende Bewegung ins Bild.

 

 

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Fr

13

Jun

2014

Mitglied bei mywed.com

Beworben, angenommen und gleich ein paar editor´s choice Wimpelchen bekommen.

 

Wir freuen uns: seit dem 10. Juni 2014 sind wir Mitglied bei mywed.com, einer internationalen Community der Weddingphotographer.

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Do

12

Jun

2014

Expertentipps für die Ehering-Auswahl

Dieser Beitrag wurde uns von Mytrauringstore.de zur Verfügung gestellt. Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Um bei der Auswahl der Trauringe die richtige Entscheidung zu treffen, sollten zukünftige Ehepartner wissen, worauf es bei der Suche ankommt. Denn viele verschiedene Faktoren wollen bedacht und bewertet sein, bevor die Entscheidung für das ideale Ring-Paar fallen kann. Das Wichtigste ist jedoch: Heiratswillige sollten viel Zeit und Muse in die Auswahl stecken, denn schließlich werden die Ringe sie ein Leben lang begleiten.

 

Kriterien für den Trauring-Kauf

 

Bei der Auswahl der Eheringe muss über verschiedene Faktoren abgestimmt werden: Design und Material fallen genauso darunter wie Farbgebung und Gravur. Ein wenig kann man sich dabei ruhig an aktuellen Trends orientieren. „Die liegen beim Material beispielsweise gerade sowohl in außergewöhnlichen Gold-Tönen als auch bei modernen Werkstoffen wie Titan oder Platin“, beschreibt Nadja Richert, Expertin des Online Trauringanbieters www.mytrauringstore.de die momentane Nachfrage. Beliebt sind aktuell auch Material- sowie Farbmischungen. Besonders Rotgold in Kombination mit Weißgold oder Platin findet sich häufig in trendigen Ring-Designs. Bei der Material-Auswahl sollten auch eventuell bestehende Allergien berücksichtigt werden. Als besonders unproblematisch gelten dabei Ringe aus Palladium-Legierungen, Platin und Titan.

 

Für die erfolgreiche Suche nach den optimal passenden Trauringen müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das heißt: Die Ehepartner sollten sich viel Zeit zum Stöbern mitbringen – und mindestens rund sechs Monate vor dem Hochzeitsdatum mit der Suche beginnen. Das Durchstöbern von Onlineshops bietet sich dabei an, weil es unabhängig von Öffnungszeiten gemütlich abends auf dem Sofa stattfinden kann.

 

Beim Ringkauf gilt: Letztendlich sollten beide Partner spontan „Ja“ zu einem Design sagen. Denn schließlich wollen beide den Ring für den Rest des Lebens am Finger tragen.

 

Entscheidung über die Gravur

 

Ebenfalls in Ruhe durchdacht sollte die Gravur sein, die auf die Ringe aufgebracht wird. Klassischerweise befindet diese sich im Ring-Inneren und enthält die Namen des Hochzeitspaares sowie das Hochzeitsdatum. Inzwischen geht der Trend jedoch auch verstärkt hin zu ganz individuell gestalteten Gravuren: Inhaltlich finden sich beispielsweise prägnante Stellen aus Lieblingssongs oder Gedichten, persönliche Widmungen oder die Namen für beide Partner wichtiger Orte. Auch gestalterisch können junge Ehepaare heute Mut zum Außergewöhnlichen beweisen: mit Gravuren, die auf der Außenseite der Ringe sitzen – und damit für alle Welt sichtbar sind. Auf diese Weise entstehen einzigartige Trauringe, die so garantiert kein zweites Paar besitzt. Ob ein Ringpaar für eine Außen-Gravur geeignet ist, hängt vom jeweiligen Material ab.

 

Die Suche nach den idealen Trauringen braucht viel Zeit und Ruhe. Hochzeitspaare sollten deshalb frühzeitig damit beginnen – und wissen, auf welche entscheidenden Faktoren es bei der Auswahl zu achten gilt. Wichtig ist, die Trauring-Suche gemeinsam anzugehen.

 

 

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Do

15

Mai

2014

Wenn die Gefühle hochkommen

Natürlich sind Hochzeiten emotional. Liebe und Glück werden immer wieder genannt. Aber manchmal bringen Hochzeiten auch tiefer gelegene Gefühle  hervor. Nicht nur beim Brautpaar. Wir beobachten Dankbarkeit, das melancholische Bewußtwerden eines Lebensabschnittes, Abschied.

 

Diese Hochzeit brachte einiges zutage, was uns tief berührt hat. Wir durften ein wenig hinter die Kulissen schauen und freuen uns umso mehr, dass diese beiden Menschen sich gefunden haben.

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Mi

12

Mär

2014

Shootings machen doof

...zumindest äußerlich. Weil

 

1. sie Spaß machen und man sich engagiert

2. weil sie spontane Kreativität erfordern

3. weil man sich um Technik und Licht kümmert,

4. während man sich auf sein Foto-Gegenüber einstellt, um er/sie/es möglichst treffend... zu treffen?!

5. weil man gleichzeitig durch Gespräche die Stimmung locker hält, damit sich alle wohl fühlen und niemand vor der Kamera erstarrt.

 

Und ist dann die Zeit vorbei und lässt das Erlebte Revue passieren, fällt einem auf, was für unfassbar dummes Zeug man manchmal so von sich gibt...

 

Wir bitten um Verzeihung. Für alles Gesagte, für alles noch zu Sagende, für alles fast Gesagte und jetzt, wo Ihr Bescheid wisst, dafür, dass wir nicht anders können :)

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Mo

10

Mär

2014

ein sehr harmonisches Babybauchshooting

wenn Fotografen den Babybauch von Fotografen fotografieren

Dieses Paar bekam das Babybauch-Shooting als Gutschein geschenkt und wir haben uns vorher nicht kennengelernt. Eine Blackbox für mich, denn eine motivische Vorbereitung ist insofern nicht möglich, als dass es kein Schema für Babybauchfotos gibt. Jedes Paar ist anders, nicht jeder Bauch verträgt dasselbe Licht.

 

Bei diesem Shooting aber war irgendwie alles ganz einfach. Das Paar fühlte sich wohl vor der Kamera, sie motivierten mich durch den Spaß, den sie hatten und waren überhaupt buchstäblich rundherum fotogen, experimentierfreudig obendrein. Nicht alle Experimente glückten, aber was wichtig für den Fotografen ist: das Gefühl, vollkommen frei in seinen Ideen bleiben zu können. Denn dann ist man offen für Bilder, die Harmonie enthalten.

 

Naja, dass sie unfassbar schöne Haare hatte, Kleider, die jede Frau ans Schwärmen bringen und eine schöne Figur, machte es nicht wirklich schwerer für mich :).

 

Und ich war froh, erst nachher zu erfahren, dass mein weibliches Model ebenfalls Fotografin ist (eine gute noch dazu). Denn ob man will oder nicht, es setzt einen latent unter Leistungsdruck ;).

 

Danke Euch beiden, es hat mir großen Spaß mit Euch gemacht!

 

Hier ein Auszug der Bilder...

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Mo

27

Jan

2014

Levent Tuncat | A gentle (sports)man

Spätestens seit dem Shooting mit Yanna Schneider, der Weltmeisterin 2012 im Taekwondo, weiß ich, was dieser Sport fordert: Disziplin, Ausdauer und eine große Bereitschaft, weitgehend auf sein Privatleben zu verzichten. Man könnte meinen, dies mache verbissen, aber genau das Gegenteil habe ich beobachtet.

 

Levent war so höflich, statt "was bekomme ich" ein "was kann ich dazu tun" - eine faire, sportliche Einstellung. Das hat mir sehr gefallen.

 

Dass er auf den Fotos "gefährlich ernst" aussieht, war eine Ansage meinerseits. Lässt man ihn gucken, wie er will, lächelt er.

 

 Vielleicht sollte man alle Menschen zum Taekwondo verdonnern? ;)

 

Fakt ist: mir solchen Menschen zu shooten ist der Grund, weshalb der Job so einen Spaß macht.

 

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Mo

11

Nov

2013

Navus Brass: diese 5 Blechbläser gehen an die Grenzen

Navus: Energie. Auf meine Frage, was dieses Bläserensemble einzigartig macht, antworten sie: Mut. Wir gehen an die Grenzen, reizen unsere Instrumente aus, spielen die Stücke mit Energie.

 

Wer glaubt, dass Energie laut ist, irrt. In den leisen Tönen vibriert die Kraft, man hört es, man fühlt es. Es ist vergleichbar mit dem „Ja“ einer Braut, deren leise Stimme dennoch ein klares Statement abgibt.

 

Es war ein ergreifendes Gefühl, als die 5 Bläser über die Kuppe der Brücke langsam auf mich zukamen und in perfekter Harmonie zusammenspielten. Der Mediapark bewies dabei gute Akkustikqualitäten. Die Leute um uns herum blieben stehen und lauschten. Ich auch. Dann fiel mir wieder ein, warum ich da war. Ach ja, ich sollte die Fotos machen. Schade. Und wie schön!

 

Navus Brass spielt in Konzerthallen, sie spielen für Kinder, und: sie spielen für Hochzeitspaare. Sie spielen, wann immer sie spielen dürfen.

 

So sieht das ganze sympathische Ensemble dann aus:

 

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Mi

02

Okt

2013

Hochzeitsgäste: wie stellt man sie am besten vor?

Das Problem ist bekannt: so viele Gäste, soll man sie etwa alle einzeln vorstellen? Andererseits wäre es schön, wenn alle wüssten, mit wem sie da das Fest teilen, denn schließlich sind es ausgewählte Menschen.

 

Wir haben sie alle erlebt, die Partykiller und die Anheizer. Hier stellen wir Euch ein paar Möglichkeiten vor, wie wir sie als erfolgreich erlebt haben:

 

a) die Wertschätzung (jeder hört gerne von sich und anderen, was diesen besonders macht)

 

Ja, man stellt sie alle einzeln vor, und zwar erstens sehr kurz und zweitens in dessen herausragendsten Eigenschaft und der besonderen und sehr persönlichen Bedeutung für das Brautpaar.

 

z.B. der Bräutigam: "das ist Alex, seit Studentenzeiten mein Schutzengel. Er trägt seine Flügel auch heute noch." Damit ist alles gesagt!

Oder die Braut: "Vor 15 Jahren schrieb ich meiner besten Schulfreundin einen Brief, den ich nie abgeschickt habe. In ihm drückte ich aus, wie wichtig sie für mich ist. Hier ist er."

 

b) Gruppen mit gemeinsamen Nenner bilden

 

Ist immer sehr locker und vor allem lustig. Jeweils nach gemeinsamen Nenner lässt man die Gäste aufstehen, so dass jeder sie sehen kann und gleichzeitig weiß, was es mit ihnen auf sich hat.

 

Z.B. jetzt stehen die auf, die mit dem Bräutigam zu Studienzeiten um die Blöcke gezogen sind.

 

Die Fragen können ganz nach Belieben frech oder anständig ausfallen.

 

c) das "Jahrbuch"

 

Man erstellt ein Heftchen, wo jeder Gast mit Foto und kleinen Anmerkungen dargestellt wird, z.B. Verwandtschaftgrad, Hobby, Beruf o.ä.

 

Die Leute blättern tatsächlich darin herum und man fängt an, darüber zu sprechen. Leichter kann man sich nicht näher kommen.

 

Vorteil: spart auf der Hochzeit Zeit, ist nachhaltig und kann man mit nach Hause nehmen

 

Fallen Euch noch mehr ein? Dann beschreibt sie doch einfach hier unten.

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Di

01

Okt

2013

zwei 13-Jährige erfüllen sich einen Wunsch

Heidi wäre neidisch

Dieses Portrait-Shooting war etwas Besonderes. Nicht, weil es 2 Freundinnen waren, die sich gegenseitig ein gemeinsames Shooting zum Geburtstag geschenkt haben. Das allein ist eigentlich schon außergewöhnlich. Das Besondere liegt im Alter der Mädchen. Die beiden 13-jährigen sparten sich lange das Geld zusammen, um sich dann ihren Wunsch eines professionellen Fotoshootings mit der besten Freundin erfüllen zu können. 

 

Man merkte gleich, wohin der stilistische Hase wollte - Richtung GNTM, nur mit dem Unterschied, dass meine beiden Models um Längen ausdrucksstärker sind als die Models von Heidi. Meine Meinung :).

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Mo

29

Jul

2013

The way we were: warum wir Paarfotos vor der Hochzeit so wichtig finden

the way we were

 

Die ersten Fotos, auf denen wir zusammen drauf waren, gab es zur Hochzeit. Das ist eigentlich zu spät. Denn wir haben keine Bilder aus der Zeit, als wir uns kennenlernten. So, wie wir waren.

 

Wir haben uns dann in letzter Sekunde noch vor der Hochzeit fotografieren lassen, haben sie für die Einladungen zur Hochzeit genutzt und sind heute glücklich, es durchgezogen zu haben. Denn während die Hochzeitsfotos einen ganz klaren Lebensabschnitt als Ehepaar markieren, halten die Paarfotos davor tapfer die Stellung für das, was wir vorher schon waren, ein Liebespaar.

 

Wir wählten für uns unseren 2. Wohnsitz, den Escher See, als Rahmen, waren wild und albern auf den Fotos, weil es zu uns passt.

 

Dieses Paar hatte sehr zärtliche, romantische innere Bilder von sich. Weil es zu ihnen passt. Weil sie für die Einladungen zur Hochzeit treffende Fotos verwenden möchten.

 

Und so bekommt ein jeder die Fotos, die ihnen entsprechen. Und wir als Fotografen haben das Privileg, in all diese verschiedenen Welten miteintauchen zu dürfen, um sie möglichst treffend bebildern zu können.

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Di

02

Jul

2013

Artikel zur Ehrenrettung des Menschen

 

Artikel 1 Abs. 1 – die Würde des Menschen ist unantastbar.

 

Deshalb: Finger weg! Wer glaubt, Spione großen Stils oder ähnlich unmenschlich Handelnde repräsentieren die Spezies des Menschen, muss sich dringend in Revision begeben. Solche Menschen stellen Ausreißer nach unten dar, selbst wenn sie sich auf gängige Praxis in ihren Kreisen berufen. Ihre Erkrankung kann häufig auf die dünne Luft der Macht zurückgeführt werden, die sie an den Rand der Ohnmacht bringt. In anderen Fällen erkennt man auch einen frühen Verlust der Orientierung, was sie in die falsche Richtung treibt.

 

Aber: Sie repräsentieren nicht den gesunden Menschen. Der nämlich nimmt Rücksicht, um in Frieden leben zu können und es zu tun. Der orientiert sich an seinen Werten, die auf gesundem Menschenverstand basieren und erntet dafür Anerkennung. Der hilft aus, wenn es nötig ist. Der klopft lobend auf die Schulter und nimmt in den Arm, wenn Trost gebraucht wird. Der macht Fehler und bringt sie später wieder in Ordnung. Der kümmert sich um seine alltäglichen Angelegenheiten und trifft sich gelegentlich mit Freunden. Der liebt und lebt und heiratet und teilt sein Glück. Ihn überzeugen gute Ergebnisse und nicht häufig genug wiederholte Fehler.

 

Tasten Sie die Würde des Menschen nicht an, nur weil ein paar ihre Würde vergessen haben. Nehmen Sie sich kein Beispiel, bleiben Sie freundlich und gelassen, gehen Sie Ihren Dingen nach, achten Sie auf links und rechts, machen Sie gelegentlich kleine Geschenke – halt all das, was Sie sowieso machen.

 

Treffen Sie auf Menschen, die an schlechten Vorbildern erkrankt sind, bilden Sie unmittelbar ein ermutigendes Gegenbeispiel. Dafür sind wir da - füreinander. Ohne geht nicht. Das Ich unterm Strich zählt nur, wenn das Wir gewinnt.

 

 

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Do

13

Jun

2013

Barbra Streisand - gefühlt nur für mich in Köln

Ach was solls,

...ich werde jetzt ganz privat. Ich bin jetzt 230 Euro reicher, denn gestern war ich ganz kurzfristig im Barbra Streisand Konzert in Köln. Ihre Stimme fuhr mit mir über die Highways Amerikas als ich 19 war und sie wurde die musikalische Vertonung meiner wild wütenden Lebenslust.Sie gestern live vor mir stehen zu haben, zum ersten Mal, war die unverhoffte Erfüllung eines still gehüteten heiligen Wunsches. Der einzige Konzertwunsch, den ich jemals wirklich hatte.

 

Ich war alleine da, so wie damals, befand mich aber in ziemlich gleichempfindender Gesellschaft. Dann tritt die Dame auf, keine Vorgruppe, füllt eine ganze Halle mit ihrer Präsenz, singt mir aus der Seele und in die Seele hinein, entertaint mit kleinen Gesten und großer Wirkung der alten Hollywoodschule, das mir die Tränen übers Gesicht liefen, so groß war das alles…

 

Jaja, wenn das Herz voll ist, läuft der Mund über, oder wie war das… eine weitere große Perle in der Perlenkette meines Lebens. Bin so dankbar.

 

 

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Mi

24

Apr

2013

Hochzeitsblog 2013: neues Jahr - neues Glück

Katharina & Michael

ringelbesockte Hochzeit im Kunstsalon Köln

Die Hochzeitssaison 2013 hat begonnen. Ganz offiziell und das auch noch mit einem fulminanten Einstieg. Unser erstes Paar begeisterte uns nicht nur durch ihre Liebenswürdigkeit, sie hatten auch eine unglaublich stattliche Deko - und die war selbst gemacht. "Bei jedem schlechten Tatort" knotete die kreative Braut weiter an ihren Vorhängen aus abstrakten Stoffblumen, bis sich 4 gigantische regenbogenfarbene Vorhänge durch den ganzen Saal des Kunstsalons spannten. In Anbetracht der Dimensionen der Blumenvorhänge ist das eine vernichtende TV-Kritik.

 

Mindestens genauso kreativ waren dabei die bunten Ringelsocken der Herren rund um den Bräutigam...?!

 

Das fand auch die Sonne gut, denn sie schien, so wie es schien, in diesem Jahr zum ersten Mal frei heraus, auch wenn es noch kalt war. Die perfekte Planung von Katharina & Michael führte zu einer zwanglosen lebhaften Hochzeit, bei der wir - juhu - bis Mitternacht dabei bleiben durften. Und was die Gäste betrifft: genau solche braucht man, um eine grandiose Feier haben zu können!

Jessica & Simon

Das Geheimnis der Braut

 

Unser zweites Paar in diesem Jahr lüftete ein Geheimnis: was versteckt sich unter einem Brautkleid? Eine ganze Menge, kann man sagen. Schichten aus Tüll und Taft. Gelegentlich auch mal die Assistentin der Braut (wenn sie die Schichten wieder ordnen musste) oder das ein oder andere Fundstück (Taschen, Schuhe, Rasen), das versehentlich auf dem Boden stand und mitgerissen wurde. Der Bräutigam zeigte sich souverän, als die Kameras immer wieder vom traumhaft schönen Tüllberg eingenommen wurden. Er stellte sich männlich-lässig in Pose und sorgte fürs perfekte Bildmotiv.

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Mi

20

Mär

2013

Einwegkameras: ja oder nein?

Klären wir es gleich vorab: nein, wir sind nicht beleidigt, wenn unsere Brautpaare auch Einwegkameras auslegen.

 

Im Gegenteil: je mehr Spaß die Gäste mit den kleinen dekorativen Knipsern bekommen, desto besser werden die Motive für uns.

 

Kinder entwickeln einen glühenden Ehrgeiz, fotografisch mitzumischen und man wird sich wundern, was Kinder alles so sehen. Oder wie sie es sehen.

 

Bei den erwachsenen Gästen verändern sich die Motive proportional zum Alkoholstand. Auch hier: man darf sich wundern…

 

Einen hübschen Shop mit solchen motivischen Einwegkameras zur Hochzeit gibt es natürlich auch. Gönnt es Euch oder schenkt es Euren Gästen. Lustig darf immer.

 

So, sind alle Fragen geklärt? Das ist schön!

 

beste Grüße

Eure Schnappschützen

 

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Di

12

Feb

2013

Fastelovend em Blut, he un am Zuckerhot - Zucker wo?

Wer von Euch war beim Kölner Rosenmontagszug? Habt Ihr den Zuckerhot gesehen? Nicht? Wir auch nicht. Nicht mal Vertreter davon.

 

Es folgt nun die Rupfung eines Traditionshuhns.

 

Wer auch immer die Parole „Fastelovend em Blut, he un am Zuckerhot“ herausgegeben hat, es war wahrscheinlich die einsame Entscheidung eines humorbegabten und wahnsinnigen Einzelgängers im Kölner Karneval, die vom Rest des mehr alt als ehrwürdigen Karnevalskomitees nicht abgesegnet wurde.

 

Dieser lebensbejahende Träumer musste infolge um sein Leben laufen, denn der Rosenmontagszug war ihm auf den Fersen. 50, mit überwiegend älteren, übergewichtigen oder hageren, bluthochdruckleidenden, schnauzbärtigen Männern bemannte Karnevalswagen jagten einen einsamen Sambatrupp durch die Straßen, und versuchten mit grimmiger Miene dem lustigen Treiben Einhalt zu gebieten. Sie reichten in 5m Abständen jeweils 1 Bonbon in die Menge hinab, während die Musikcorps sich weigerten, Stimmungsmusik zu spielen.

 

Wir sahen dutzende mit protzigen Goldpferdchen beflankte Funken-Wagen, aber kaum originelle Themenwagen zum Lachen, Schmunzeln, Nachdenken oder Bestaunen. Die einzige Farbenvielfalt fand auf den Hüten der Funken statt. Der eine hatte rote Federn, der andere grüne, der andere blaue, manche sogar orangene. Sehr schön.

 

Zwischendrin versuchte sich ein einzelner Privatwagen aus der misslichen Lage zu befreien, heizte der Menge mit peppiger Musik ein, die sofort und dankbar reagierte. Dann wieder kam ein professioneller Stimmungstöter mit Federn auf dem Hut.

 

Die Kölner Karnevalsvereine präsentierten sich in selbstverliebter Lustlosigkeit ohne Rücksicht auf das lebensfrohe Motto. Wo blieb die Integration des brasilianischen Karnevals, den sie großmundig eingeladen haben? Die betuchten Karnevalsfunktionäre protzten auf ihren Wagen mit ihren Ämtern, aber nicht mit der Kölschen Lebensart. Und es fällt inzwischen auf: wo sind die Frauen??? Da poltern 50 Wagen mit unansehnlichen Männern dahin und kaum eine geschweige denn schöne Frau dazwischen? Merkt ihr was? Allein die Fußtruppen haben sich mit Tante Fröhlichkeit angefreundet. Sowie der einzige Damenkarnevalsverein "Colombina Colonia".

 

Das war mal anders.

 

Liebes Kölner Karnevalskomitee. Wir hatten einen richtig schönen Tag. Aber da könnt ihr nichts für. Die Stimmung kam aus uns selbst und aus dem Bierhahn. Wir sind stolz auf Köln, wir sind stolz auf unseren Karneval, aber was ihr dieses Jahr am Rosenmontagszug abgeliefert habt, ging zu weit oder kam zu kurz, oder was auch immer. Was sollte der Zuckerhot in der Parole, wenn ihr uns Fußvolk keinen einzigen schönen Anblick gönnt? Wo waren die originellen Karnevalswagen, wo war die Arten- und Geschlechtervielfalt, wo waren die stürmischen Trommler, die bunten Brasilianer und Sambatänzer, wo waren die schönen Frauen und Kostüme, wo war der verdammte Zuckerhot em Blut?

 

Nächstes Jahr sind wir wieder dabei, stehen brav am Friesenplatz, doch diesmal erwarten wir von euch, dass ihr nicht nur für die Kameras am Dom lächelt und Kamelle werft, sondern auch dort, wo euch niemand groß rausbringt und ihr einfach nur dem Kölner Karnevalsgedanken verpflichtet seid.

 

Alaaf!

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Fr

04

Jan

2013

Kelly Family - Ein (untypischer) Fan packt aus

Kelly Family - Ein Fan packt aus

 

(klingt gut, he? Wie eine EXPRESS-Headline)

 

(Oder mit den Worten von Rosamunde Pilcher):

 

Alte Liebe rostet nicht

 

– naa, nicht ganz, ich mach´s einfach mit hauseigenem Gedankengut:

 

Patricia – was freu ich mich, Dich wiederentdeckt zu haben!

 

Ich erinnere mich noch an mein erstes und einziges 2-Minuten-Outing im Studium: „ich mag die Kelly Family“ – Totenstille im Raum, der Rektor sprach laut seine Sorge um beschriftete Klotüren aus. Ich war 25 Jahre – was nicht dem handelsüblichen Alter eines Kelly-Fans entsprach.

 

Zwar beschriftete ich keine Klotüren, sprach aber auch nicht mehr davon.

 

Damit Ihr nicht gleich wegklickt, lasse ich an dieser Stelle ein paar Zeilen für spontane Erruptionen frei.

 

...

...

...

...

 

Räumen wir kurz die Liste der gängigen psychologischen Schubladen auf, in denen ich mich seinerzeit so gerne, wenn auch unpassenderweise, wiederfand: 

 

• Kelly-Fans verherrlichen das Großfamilienidyll
 => ich selber komme aus einer großen Familie, ich kenne sowohl die Vorzüge als auch die Nachteile

• es ist die Hippie-Kleidung: wer sich Kelly-hippie anzieht ist auch Kelly-happy
=> hm, ich sehe in solchen Klamotten eigentlich sch... aus, happy fühle ich mich darin also eher nicht.

• hysterischer Starkult
=> Warum? Und Kreischen finde ich unweiblich.

• lange Haare = jung, glücklich, reich und schön
=> meine eigenen gingen bis zum Hintern, bin maximal glücklich

• Sehnsucht nach einer heilen Welt... die haben auch Ramstein-Fans.

• Die Musik ist triefender Schmalz...

 

aah...DEFINIERE bitte!!

 

Ich definiere wie folgt: „Schmalz ist, wenn man trotzdem singt.“ Was „trotzdem“ bedeutet, warum die Kellys deshalb für mich KEIN Schmalz sind, das versuche ich nachfolgend zu erklären.

 

Es gibt einen Grund, dass ich The Voice of Germany gucke und nicht DSDS. Liegt´s an den Liedern? Nein. Liegt´s an den Moderatoren? Ja auch. Liegt´s am Niveau der Kandidaten? Sicherlich.

 

In erster Linie aber liegt´s an der Hoffnung, auf eine Sangesperle im unverbrauchten Volk zu stoßen, die es schafft, mich aus den Socken zu schießen. Verheerende Statistik: Alle singen mit Herz, kaum einer mit Seele. Es nervt. Das ewig gleiche R&B-Jejaule, die ewig gleichen Balladen mit dem ewig gleichen Ausdruck von „Gefüühl“.

 

Um ehrlich zu sein: ich kann so gut wie niemanden aus der Starwelt benennen, der seine Stimme im wahrsten Sinne des Wortes beseelt, spätestens auf den CDs ist es weg. Am weitesten entfernt sind die Mariah Careys dieser Welt. Stimmlich virtuos, seelisch egal.

 

Sie singen trotzdem. „Schmalz ist, wenn man trotzdem singt“. Deshalb ist DAS für mich Schmalz.

 

20 Jahre früher

 

Mit 24 stolperte ich über ein Kelly-Family-Straßenkonzert in einer meiner alten Heimaten. Die Kellys spielten auf der vermatschten Jahnwiese in Kerpen, kaum eine Sau war da, es regnete und ich glaube, jeder auf der Bühne – außer, so schien es - Patricia - hätte einen Ort gewusst, an dem er/sie lieber gewesen wäre. Und so hörte ich eine Patricia Kelly, quasi wie für sich singend. Nur mit dem Unterschied, dass ich sie hörte und beinahe verging. Sie sang, wie man singen muss, wenn man meint, was man singt. Sie sang Fragen wie eine Frage, schwieg für eine Antwort. Ich frage mich, wie es aus MIR herauskäme, wenn ich von einem bestimmten Gefühl beseelt bin, und wenn sie es dann genau so singt, dann glaube ich. Mich glauben lassen, das können nur wenige.

 

Für meine beiden Freundinnen und mich folgte noch eine ganze Reihe an Straßenkonzerten - es war mal mehr und mal weniger euphorisierend – je nachdem, wie viel Lust die Kellys hatten. Es war eine schöne Zeit, gelegentlich traf man sich am Bierzelt und wechselte ein paar Worte. Patricia war jedoch leider nie dabei. Und mit DER hätte ich mich ja mal unterhalten wollen.

 

Ja, sie hat es – wie noch manch anderer in der Familie „es“ hat. Jim Kelly z.B., oder Maite. Oder Kathy. Sie konnte ich wohl auch deshalb besser greifen als die Jüngeren, weil es altersmäßig passte. Sie vertonten, was sie zu sagen hatten und ich konnte hören, was die Töne seelig machte. Völlig egal, ob man die Musik mag oder nicht.

 

Dann nahm der Ruhm zu, ihre Zeit für Identität nahm ab. Wohl die bittere Kehrseite des Ruhms. Die Kellys wurden für mich uninteressant, als sie begannen, Konzerthallen zu füllen.

 

Und jetzt – es sind 20 Jahre vergangen – jeder von ihnen hat auf seine Weise versucht, zu sich zu finden – höre ich eine reif gewordene Patricia Kelly singen und... vergehe schon wieder. Sie singt und ich kann´s hören. Ich bin mit einem Mal so glücklich – habe eine seltene Sängerfähigkeit (wieder)gefunden und freu mich wie ein Kind vorm Weihnachtsbaum.

 

Aus der heutigen Warte SEHE ich auch noch was anderes: die Kellys sind feine Menschen, richtig feine Menschen, solche, die ich in meinem Leben gut um mich haben könnte. Jeder auf seine Art. Ich sehe mir das Foto ihrer letzten CD an und denke mir „was eine schöne Frau – was ein schönes FOTO! Warum zum Henker habe ICH das nicht gemacht???“

 

Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: ich würde gerne mal (m)eine Portraits von ihr machen. Wenn jemand sie etwas näher kennt, hier meine Telefonnummer zum Weiterleiten (sag, es ist von Sandra): 0221 / 94 65 94 78. Danke!

 

So, gehe jetzt wieder Musik hören - habe mir tatsächlich "It is Essential" bestellt.

 

liebe Grüße

Eure Sandra

 

 

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Mi

02

Jan

2013

Vom Geist der Weihnacht

von Sandra Jardin

24.12.2012

 

Es war einmal ganz am Anfang, nachdem Christus geboren und gestorben wurde und der Begriff "Weihnachten" die Welt verstörte.

 

Mit dramatischer Geste hob er, der zum "Geist der Weihnacht" berufene loyalste Diener des Großen Geistes, die Hände zum Himmel und dröhnte aus voller Brust „Vom Himmel her kommet“. Donnerhall. Sie kamen. Alle. Mit schneidendem Pfeifen. Kein einziger fehlte. Sie bauten sich in Reih und Glied vor dem Geist der Weihnacht auf und zählten durch:

 

Eins: Kleiner Unmut

Zwei: Hormonschwankung

Drei: Wachsender Stress

Vier: Schnupfen & Husten

Fünf: Erschöpfung

 

Der Geist der Weihnacht nickte zufrieden. Er schaute stolz auf seine kleinsten Zöglinge. Niedlich, wie sie so dastanden und sich auf die Zehnspitzen stellten, um fast so groß zu sein, wie ihre größeren Geschwister. Sie zählten weiter, ihren Stimmen hörte man die Kraft der Jugend an:

 

Sechs: Scharfe Zunge

Sieben: Feindseligkeit

Acht: Widerwille

Neun: Sturheit

Zehn: Verdrängung

 

Und der Blick des heiligen Geistes wanderte zu den Großen. Zu den Helden der Mittleren. Sie waren so etwas wie Gurus, Sri Vishnus oder Ali Babas für sie. Die Großen hatten es einfach raus, wie man die vielen kleinen Harmlosigkeiten zu einem handfesten Chaos flocht.

 

Elf: Aggressivität

Zwölf: Ablehnung

Dreizehn: Unversöhnlichkeit

Vierzehn: Negativität

Fünfzehn … er legte eine dramaturgische Pause ein: Unfriede!

 

Der Geist der Weihnacht schlug sich die Hände wie zum Gebet vor den Mund. In seinen Augenwinkeln glitzerte tatsächlich eine Träne - er rang um Fassung. Dass er nach all den Jahren noch derart überwältigt sein würde brachte ihn an den Rand seiner Emotionalität. Weihnachten! Er hatte es wieder geschafft, er, der Verantwortliche für weihnachtliche Traditionen, er hat es wieder geschafft. Als ihn damals der Große Geist ins Amt setzte, versprach er im Angesicht der Heiligen Mutter, dass er alles tun würde, den Menschen den Geist der Weihnacht nahe zu bringen. Der Große Geist hatte ihn dazu auserwählt, seinen getreuesten Diener, und er würde sich für ihn vom Himmel stürzen, um seiner Aufgabe in der bestmöglichen Weise gerecht zu werden. Ob der Große Geist wohl zufrieden mit ihm war?

 

Nein, das war er nicht!

 

Um nicht zu sagen überhaupt nicht! Nicht mal ein kleines bisschen. Er war, um es auf Deutsch zu sagen, richtiggehend ungehalten. Es quälte ihn die Frage, ob er in personaltechnischen Fragen vielleicht vollkommenen Unfug entschieden haben mochte?

 

Seine Anweisung lautete seinerzeit, als sein Sohn von seiner Erdenmission zurückkehrte: „Erfülle den geliebten Menschen ihren sehnlichsten Wunsch!“ Der da, seiner unausgesprochenen Auffassung nach, Friede war. Geh, und bringe den Menschen Frieden, dachte er sich. Irgendwie. Ich ernenne Dich hiermit zum „Geist der Weihnacht“ - und jetzt flieg, mach sie glücklich.

 

Der neu ernannte Geist der Weihnacht flog und nahm es sehr wörtlich. Er brachte den Menschen das, was sie sich wünschten. Er setzte sich eine ganze lange Weile auf eine Wolke und beobachtete gewissenhaft ihre Signale, interpretierte und deutelte bis er irgendwann für sich zum Ergebnis kam, dass die Menschen offensichtlich Gefallen an der Negativität gefunden haben. Wie sie sich auf jede Möglichkeit stürzten, um irgendetwas doof zu finden, wie sie sich im Zweifelsfall dafür entschieden, verletzt zu sein, wie sie sich in der Kunst übten, Salz auf Wunden zu streuen, wie sie bei anderen Gründe suchten und fanden, die es ihnen erlaubten, die Waffen zu ziehen und abzufeuern. Und das ganz besonders in Zeiten, in denen man das Gegenteil erwartete, wie z.B. an Weihnachten.

 

Der Geist der Weihnacht fand es zunächst überraschend bis befremdlich, entschied sich aber dem Großen Geist zu vertrauen, der da sicher wisse, was er tue - und tat, wie ihm aufgetragen. Schicke er den Menschen doch die Geister, die sie rufen. Hierzu stellte er sich ein Team an Mitarbeitern zusammen, die seiner Meinung nach die geeigneten Qualifikationen für eben diesen Job hatten.

 

So vergingen die Jahre, die Jahrhunderte. Der Geist der Weihnacht hütete die Tradition, vergewisserte sich jedoch jedes Jahr vorab, ob die Tradition auch noch Wurzeln hatte.

 

Dem Großen Geist indes wurde es zu bunt. Nicht, dass er nicht darum wusste, was die Menschen sich einbildeten zu wollen oder zu brauchen. Aber irgendwie fand er, dass es langsam Zeit würde, sich ein wenig mehr Gehör zu verschaffen. Es schien ihm, als würde seine göttliche Stimme überhört werden, was unerhört war, denn er war der Meister der Stimme in der Stille. Seine Stimme hat Macht, sie dröhnte und hallte.

 

Offensichtlich dröhnte und hallte aber auch etwas anderes da unten, was die Menschen Alltag und Überleben nennen.

 

Überleben, weil es Idioten gibt, die mit lautem Tamtam und Aua ihre Vorstellung durchdrücken wollen, weil es Menschen in Banken und Versicherungen gibt, die erst die Angst schüren, es sei nicht genug für alle da, um dann dafür zu sorgen, dass nicht genug für alle da ist, während es für sie selbst aber mehr als genug gibt. Der Große Geist hatte den Lärm des aus Angst geborenen Erfindungsreichtums der Menschen wohl unterschätzt und beschloss, den Lautstärkeregler des göttlichen Megaphons etwas nach oben zu ziehen.

 

Mit Folgen.

 

Denn damit brach das Chaos erst richtig aus. Statt traditionell und unhinterfragt unfriedlich aufeinander loszugehen, gab es nun einen Stop-and-go-Verkehr. Hü und Hott, rein in die Kartoffeln - raus aus den Kartoffeln. Ich hasse dich-ich liebe dich. Geh-bleib. Die Menschen schossen ihre Kugeln ab um sich dann schützend vor den anderen zu werfen und somit von der eigenen Kugel getroffen zu werden.

 

Es tobt in ihnen der Kampf um Gut und Böse. Um Liebe und Angst. Um Idiotie und Weisheit. In ihren Herzen ist Streit, ihre Seele sehnt sich nach Frieden. Und das ganz besonders in Zeiten, in denen mehr Harmonie erwartet wird, wie z. B. an Weihnachten.

 

Das entging auch dem Geist der Weihnacht nicht (der - wie immer - nicht von dem strategischen Kurswechsel des Großen Geistes informiert wurde). Die Zeiten haben sich geändert, bemerkte der Geist der Weihnacht. Er seufzte. Geänderte Zeiten bedürfen der geänderten Mittel, oder besser gesagt: neuer Mitarbeiter.

 

Mit dramatischer Geste hob er, der Geist der Weihnacht, die Hände zum Himmel und dröhnte aus voller Brust „Vom Himmel her kommet“. Donnerhall. Sie kamen. Alle. Mit schneidendem Pfeifen. Kein einziger fehlte. Sie bauten sich in Reih und Glied vor dem Geist der Weihnacht auf und zählten durch:

 

Eins: Friedenlieben-statt-Streithassen

Zwei: Verstehen-statt-Verurteilen

Drei: Gemeinsamkeitensuchen-statt-Unterschiedefinden

Vier: Hingehen-statt-Weglaufen

Fünf: Für-statt-Gegen

Sechs: Es-tun-statt-es-nur-wollen

Sieben … er legte eine dramaturgische Pause ein: Frieden-Sein!

 

Der Geist der Weihnacht nickte. Er wirkte sehr ernst. Er weiß, dass der Große Geist nicht der Typ für Bevormundung war. Dass er es den Menschen schwer macht, indem er es ihnen eigentlich leicht macht. Dass seine Liebe die Vorstellungsgabe des Menschen übersteigt und sich diese deshalb ein eigenes Bild von Liebe machen. Dass aber genau diese Liebe dazu führt, dass er die Menschen frei wählen lässt, um ihnen zu beweisen, wie sehr er sie ehrt.

 

Der Geist der Weihnacht kannte niemanden mit mehr Weisheit, aber er kämpfte noch mit der Umsetzung. Und weil er sich in solchen Momenten nicht anders zu helfen weiß, tat er das, was er in solchen Momenten immer tut: Er schlägt sich die Hände wie zum Gebet vor den Mund – und er betet...

 

(---)

 

PS:

 

Von Seele und Herzen: ich wünsche Euch friedliche Weihnachten und im selben Sinne ein friedlich gesinntes neues Jahr!

 

 

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Mi

19

Dez

2012

Magie am Wintersee

Während meinem Auto die Winterreifen angezogen wurden, machte ich einen kleinen Spaziergang im frisch gefallenen Schnee. Am See blieb ich stehen - und konnte nicht wegsehen. Wie der Nebel über dem Wasser dampfte, wie das Licht die Natur in Magie tauchte. Und wenigstens einmal hatte ich genau im richtigen Moment die Kamera dabei - wenn auch mit dem falschen Objektiv.

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Fr

14

Dez

2012

*drucksherum: ungeliebte Eigenwerbung

... es sei denn, es geht nicht um mich

Im Geschäftsleben muss der Fotograf etwas tun, das er im Privatleben lieber vermeidet: sich anpreisen.

 

Er müsste aufs Podest steigen und ins Megaphon brüllen „ICH BIN TOLL!“

 

Aber nein, aber halt. Das ist ganz falsch. Das will ich gar nicht sagen. Ich bin nicht toll. Aber ich kann was. Nämlich sehen, dass DU toll bist. Und das kann ich sogar fotografieren. DAS kann man doch sagen, oder?

 

Ist das jetzt Werbung? Nö, nur eine Auskunft.

 

 

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Mi

21

Nov

2012

Juist: Schnappschützen entschleunigt

Nichts vom 11. bis 18. November 2012

ein Entspannungsbericht

Entschleunigen... ein schönes Wort. Ein treffendes Wort. Das nehmen wir.

 

Nachdem uns also der turbulente Sommer ausgespuckt hat, brauchen wir dringend eine Motorbremse. 1 Woche haben wir, wir fliehen nach Juist, die kleine deutsche Insel bei Emden, die uns ein NDR-Beitrag als eine der schönsten Inseln der Welt empfohlen hat.

Flieger auf Juist
Flieger auf Juist

3einhalb Stunden mit dem Auto, 5 Minuten mit dem Flugzeugchen vom Festland auf die Insel, dann hört die Zeit auf. Wir erreichen Juist in der Atempause. Die Sommertouristen sind weg, die Wintertouris sind noch nicht da, wir kommen folglich dazwischen.

Die Einheimischen wehren sich mit "Wegen Betriebsferien geschlossen"-Schildern, wir teilen unser Schicksal mit ein paar wenigen anderen Besuchern und senken nebenbei das Durchschnittsalter.

 

Was aber unternimmt man, wenn denn schon so gut wie alle Restaurants und Cafés und Geschäfte geschlossen haben?

 

Nichts?! Wir bewandern die Insel von vorne nach hinten und hinten nach vorn, vorwärts, rückwärts, zu Fuß, per Fahrrad, per Pferdekutsche. Autos sind verboten, nur der Doc hat eins. Und das Deutsche Rote Kreuz. Wir schauen auf viel viel Sand, lange Dünen, weiten Himmel. Die Gedanken haben nichts zu tun und verwehen mit dem Wind. Stundenlanges Schweigen, ausgestöpseltes vor sich hin Starren, während sich die Beine autonom irgendwohin bewegen. Selbst die inseleigene Hochzeitsfotografin Jystina können wir nicht finden, wegen der wir doch ein Stück weit auch gekommen sind.

 

Am Nachmittag plumpsen wir in die Wellness-Hotelsauna des "Achterdiek" und schlafen mit offenen Mündern die Zeit tot. Abends gibt´s Essen in der "Küchenwerkstatt", Tomke verwöhnt uns mit Unterhaltungswert. Anschließend besuchen wir die Hotelbar oder die "Spelunke" und probieren uns durch die heimische Getränkekarte.

 

Tja, so weit die Zusammenfassung. Wir lesen zwei Bücher aus, philosophieren wenn die Energie es zulässt, geben viel zu viel Geld aus (was erstaunlich ist, wo doch alles geschlossen hat) und haben nun nur noch ein paar Fotos für Euch, deren Kommentare den Rest der Geschichte erzählen.

 

Ja, so geht entschleunigen... 1 Woche Juist.

 

landschaftlich gesehen sieht´s in etwa so aus

Das Wetterspektrum reichte von sonnig bis stürmisch. Das Licht war der Wahnsinn. Es war das, was uns eigentlich am meisten an der Insel fasziniert hat.

infrastrukturtechnisch dann so

Juist ist komplett autofrei. Deshalb weicht man auf Fahrräder und Kutschen aus. Manchmal mussten wir schmunzeln. Eine Spedition auf Kutschenbasis ist schon neu für uns.

erstaunlicherweise war irgendwie noch Restenergie vorhanden,...

... man versuchte noch zwanghaft kreativ zu sein.

Kamen dann aber schließlich etwas runter,

sahen die Dinge mal anders.

Wir fotografierten uns in Cafés, einfach so, weil wir Zeit hatten.

So völlig ohne irgend ein Makeup oder Eyeliner ist schon ungewohnt. Das mache ich nur, wenn ich die Außenwelt innerlich verlassen habe. Patrick hat keine Probleme ohne Makeup ;-)

Zeit totschlagen - liebste Beschäftigung auf Juist

naja, und dann halt noch Vögel

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Di

20

Nov

2012

Der Schnappschützen-Adventskalender 2012!

Ab 1. Dezember wird jeden Morgen um 9.30h auf www.schnappschuetzen.de ein virtuelles Törchen geöffnet.

 

So geht´s

 

• schickt uns schriftlich bis zum 30.11.12 - 24h eine beliebige Zahl zwischen 1-72. Mit dieser Zahl nehmt Ihr am Adventskalender teil.

 

• jeden Morgen um 9.30h wird ein virtuelles Törchen geöffnet, in

dem eine Zahl erscheint.

 

• Ist es Eure Zahl? Dann schaut gleich nach, was Euch Eure Zahl

gebracht hat.

 

Einsendeschluss der Zahl: 30.11.12 - 24h

 

Mehr Infos und Spielregeln auf der Startseite!

 

Spielt mit und freut Euch auf Überraschungen rund ums Thema

Fotoshooting.

 

Wir sind schon gespannt und freuen uns auf Euer reges Mitmachen!

 

Eure Sandra & Patrick

Die Schnappschützen

 

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Fr

02

Nov

2012

Anleitung zum Reset von Hans-guck-in-die-Luft

Hans-Guck-in-die-Luft... das ist mein Spitzname aus alten Tagen. Möglicherweise zurecht. Aber ehrlich, habt Ihr es gesehen?

 

Was ein herrlicher Tag heute Morgen…

 

Die Sonne scheint schon wieder. Der Himmel ist blau und die Temperatur relativ mild. Gerade bereite ich mich auf die Arbeit vor, da holt mich ein Raumschiff ab.


Draußen findet gerade Zeit statt. Zeit, an der man teilnehmen kann – oder auch nicht. Dieser Gedanke schleudert mich 20 Jahre in die Vergangenheit.

 

Das Leben findet jenseits der Komfortzone statt.

 

Ich erinnere mich: mit 18 Jahren habe ich es kaum mehr ausgehalten, raus ins wilde Leben zu können, Abenteuer zu bestehen, ins Ungeplante aufzubrechen, die volle Palette an Gefühlen auszuschöpfen. Etwas zu bewegen, die Menschen und das Universum kennenzulernen. Tausend verschiedene mir reizvoll erscheinende Jobs auszuprobieren. Im Ausland wohnen.

 

Round about: hab ich alles gemacht. Nach dem Abitur war ich weg – habe meine Herzenswünsche kategorisch abgeklappert. Ich fühle mich heute reich und zufrieden.

 

Aber dieser Morgen heute… den nehme ich als Erinnerung, dass das Leben immer noch jenseits der Komfortzone stattfindet. Dass da draußen gerade Zeit stattfindet. Dass ich dank meiner 40 Jahre schon weiß, dass Zeit tatsächlich vergeht, und dass ich mit 80 immer noch zufrieden sein möchte, weil ich auf satte gelebte Jahre zurückblicke.

 

Was macht ein Leben satt und wertvoll? Menschensehen zum Beispiel. Mit offenem Herzen ins Leben gehen. Sich immer wieder mal zu irgendetwas überwinden. Der kleinen Stimme nachgeben, die behauptet, sie wisse schon lange, was du eigentlich willst (und tatsächlich auch immer Recht behalten hat). Täglich ein Reset machen, um dann mit frischen Augen zu sehen, dass so rein gar nichts selbstverständlich ist. Für andere eine Bereicherung sein. Für sich selbst auch eine Bereicherung sein.

 

Mein tägliches Reset habe ich soeben durchgefüh(l)rt. Jetzt mache ich mich an die Arbeit. Liebes September-Brautpaar: Eure Fotos gehen heute Nachmittag an Euch raus.

 

...ich wünsch Euch was

Sandra

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Mi

31

Okt

2012

Teamfotos: sei jederzeit für die bessere Idee bereit

Sich im anonymen Internet verstecken gilt nicht. Das denkt sich auch das Team von nettraders.de, die u.a. die Domain www.wunschkennzeichen-reservieren.de betreiben.

 

Die Aufgabenstellung: Teamfotos, die den Teamgeist in Verbindung mit dem Produkt transportieren. Für Pressemitteilungen und Web.

 

Zuerst galt es zu analysieren: wie ist denn das Team? Wie ist das Selbstbild, wie ist die Botschaft, wie ist der Plan für die Zukunft?

 

Die Antwort: Das Team denkt professionell und seriös, gleichzeitig ist es modern und locker. Neutrale Fotostudio-Aufnahmen passen also nicht dazu. Wir suchten nach einer Idee, die die Dynamik aber auch die Botschaft zum Ausdruck bringt, dass sie für die Qualität Ihrer Tätigkeit mit ihrem Namen einstehen.

 

Der Plan... Wir ließen also Namensschilder im Stil von Autoschildern prägen. Das liegt auf der Hand. Die Wahl der Kulisse fiel zunächst auf ein weites Feld. ...und die Umsetzung: Dann aber kamen wir an einer Reihe bunter, etwas in die Jahre gekommener Garagentore vorbei. Na? Genau! Viel besser als das Feld. Kennzeichen - Autos - Garagen - die Firmenfarbe blau: perfekt, hier bleiben wir.

 

Wieder einmal hat sich das Planen als Hilfsmittel erwiesen, aber nicht durchgesetzt. Man muss jederzeit für die bessere Idee bereit sein.

 

Das sind die Ergebnisse.

 

Ach ja, ins Feld haben wir uns dann aber auch noch geschlagen - für die etwas anderen Teamfotos.

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Mo

29

Okt

2012

Was passiert eigentlich, wenn man als Fotograf von einer Hochzeit zurück kommt?

  1. Wir gehen schlafen.
    Man möchte es nicht meinen, aber Fotografieren hat was mit Ausdauersport zu tun. Achtet mal darauf, wie oft wir in die Hocke gehen, auf einen Baumstamm klettern, zu einem spontanen Motiv rennen, um das Brautpaar herumlaufen oder einfach stehen. Zwischen 6-16 Stunden am Stück. Ach ja, konzentriert natürlich.
  2. Wir laden die Fotos hoch.
    Das dauert in der Regel. In der Zeit schauen wir uns schon mal die ersten Ergebnisse an und erzählen uns scharademäßig, wie es zu diesem und zu jenem kam. Wir sehen ja immer auch andere Dinge als der andere.
  3. Wir beginnen mit der Nachbearbeitung.
    Das bedeutet: alle Bilder nacheinander sichten und aussortieren: die Guten ins Töpfchen, die Schlechten in den Papierkorb. Schlecht sind unserer Definition nach die Doppelten, Verwackelten, Augenzuen und Egalen. Der Rest wird einzeln, Foto für Foto, nachbearbeitet. Kontraste angehoben, Farben optimiert, Motive interpretiert, betont, beschnitten, bewundert. Das dauert. Das dauert lang.
  4. Wir bringen die Fotos auf den Weg.
    Sprich: Ordner zusammenstellen, DVD´s brennen, CD-Cover entwerfen und drucken, eintüten, beschriften, frankieren, zur Post laufen. Der Briefkasten wird immer um 17h geleert.
  5. Wir warten…!
    Ob Ihr´s glaubt oder nicht: nach einer Hochzeit hat man das Gefühl, das Paar, euch, schon ewig zu kennen. Wir haben euch einen ganzen Tag intensiv und aufmerksam begleitet. Haben uns mit euren Eigenarten beschäftigt um euch authentisch darzustellen, haben eure Schokoseiten studiert, haben eure Freunde und Familie kennengelernt, die anhand von Übereinstimmungsspielen und Reden noch mehr Persönliches von euch preisgeben. Wir dürfen euch duzen und an eurem persönlichsten Fest, eurer Hochzeit, teilnehmen. Spätestens nach der Nachbearbeitungsphase, in der wir uns ein zweites Mal über Tage hinweg intensiv mit euch beschäftigen, seid ihr uns vertrauter geworden als mancher aus den eigenen Reihen. Wir kennen auch nach Jahren noch Eure Vor,- Nach- und Mädchennamen.
  6. Und jetzt kommt´s:
    Was glaubt ihr, wie sehr wir eurem Feedback entgegenfiebern? Schließlich ward ihr nicht bloß ein Job. Ich z.B. kann erst dann wieder gut schlafen, wenn ich weiß, dass alles in Ordnung ist. Lob, Kritik, Änderungswünsche, egal: Hauptsache Reaktion. Lob macht natürlich am meisten Spaß.
  7. Wir sind keine harten Säue.
    Nach eurer Überweisung seid ihr nicht für uns gestorben. Eure Fotos werden schön säuberlich auf einer externen Festplatte gespeichert und aufbewahrt. Jeder Einzelne von euch.

Jetzt, wo ihr wisst, wie sensibel so ein Fotografenherzchen ist, vergesst bitte nicht, uns anschließend ein Feedback zu geben. Schreibt ins Gästebuch, schickt uns eine mail, gebt eine Bewertung ab, und/oder was auch immer. Katze aus dem Sack: Wir sind Weicheier :-).

 

Eure Sandra & Patrick

die Schnappschützen

 


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Mo

15

Okt

2012

Herr(bst)lich

Langsam wird´s ruhiger - vorübergehend

Gestern haben wir unseren ersten Herbstspaziergang unternommen – am ersten hochzeitsfreien Wochenende überhaupt. Es war feuchtkühl, noch nicht ganz nasskalt, aber eben so, dass man die Kamera gar nicht erst einzupacken brauchte. Besser so, auf diese Weise produziert man einmal keine Bildbearbeitungen.

 

Wir streiften durch die Wahner Heide, betrachteten schweigend die abgefallenen Blätter und fühlten uns wie aus einem turbulenten Sommer ausgespuckt.

 

Es war so still, so langsam, der Nieselregen schluckte alle Geräusche und setzte einen wie unter eine Glasglocke. Es war schön.

 

Während wir den ganzen Sommer die Sonnentage verteidigt und gejagt haben und uns stur weigerten, auch nur einen Herbsttag zu akzeptieren, fangen wir langsam an, uns auf die ruhige, dunkle Jahreszeit zu freuen.

 

Diesen Herbst fahren wir für eine Woche nach Juist - lange schwankten wir zwischen verlängertem Sommer auf Teneriffa oder Erstrechtherbst auf "eine der schönsten Inseln der Welt" (laut NDR-Reportage). Schließlich hat die im November sicherlich stürmische Insel gewonnen. Mit Sauna und Schongangbehandlung. 

 

Doch nun gibt es Ende Oktober erst noch eine letzte Hochzeit - und wir freuen uns drauf. Dort können wir in aller Ruhe rumtoben, spielen, Sinnesmomente einfangen und unseren Kameras ein würdiges Abschiedsspiel geben - denn die werden zum Ende des Jahres ihren Stab an zwei neue Vollformatkameras abgeben.

 

Doch bevor wir Euch in den Winterschlaf schicken, wartet noch eine kleine Überaschung auf Euch. Von der wir natürlich jetzt noch nichts verraten.

 

Bis bald,

Eure Sandra & Patrick

die Schnappschützen

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Di

17

Jul

2012

Vom effizienten Umgang mit 24 Stunden

Hochzeitsfotopredigerin Sandra spricht das Wort zum Thema: „ja, es lohnt sich“. Der eine Tag ist schneller vorbei, als er realisiert werden könnte. Das Highlight der Hochzeit dauert sogar nur wenige Sekunden… „Ja, ich will!“

 

Aber es gibt 1 Jahr der Vorbereitung. Es ist der zeitmäßige Main Act der Hochzeit. Und den könnt Ihr mit aller Hingabe zelebrieren. Das ist mein voller Ernst. Genießt das Planen, die Freude am Aussuchen der Deko, die Versenkung in die Hochzeitszeitschriften am Abend, das Abklappern der locations, in denen man sich etliche Male aufs Neue seine Hochzeit vorzustellen versucht, das Suchen und Anprobieren des einen Kleides, des einen Anzugs, auf dessen Tragen man sich lange vorfreuen darf, das Probeessen, das Träumen und die Vorstellung, bald mit seinem Gefährten durch ein vor allen Leuten ausgesprochenes „Ja“ verbunden zu sein.

 

Ja, und auch das: Motzt mit aller Hingabe über die derben Preise, schluckt in vollem Bewusstsein, wenn Euer Budget zum ersten Mal überschritten wird, es wird nicht das letzte Mal sein. Das ernstlich Gute daran ist, Ihr werdet mit jeder Kredit-Rückzahlungsrate an Eure Hochzeit erinnert und das ist etwas Schönes. Was auch immer Ihr in dem Planungsjahr tut: tut es mit Bewusstsein.

 

Denn eines ist erprobte Realität: 1 Tag hat nur 24 Stunden, 16 Stunden davon ist man in etwa wach, der Tag selbst gleicht einem ICE auf der Hochgeschwindigkeitstrasse. Ehe man sich versieht, wird man am Ende des Tages ausgespuckt und fragt sich völlig atemlos „was, schon vorbei? Ich will nochmal!“

 

Wie gut, dass Fotos gemacht werden, die einem zeigen, was sich alles jenseits der Wahrnehmung ereignet hat - man würde es sonst fast nicht glauben.

 

Hochzeitsfotopredigerin Sandra spricht das Wort zum Thema: „ja, es lohnt sich“. Der eine Tag ist schneller vorbei, als er realisiert werden könnte. Das Highlight der Hochzeit dauert sogar nur wenige Sekunden… „Ja, ich will!“

 

Aber es gibt 1 Jahr der Vorbereitung. Es ist der zeitmäßige Main Act der Hochzeit. Und den könnt Ihr mit aller Hingabe zelebrieren. Das ist mein voller Ernst. Genießt das Planen, die Freude am Aussuchen der Deko, die Versenkung in die Hochzeitszeitschriften am Abend, das Abklappern der locations, in denen man sich etliche Male aufs Neue seine Hochzeit vorzustellen versucht, das Suchen und Anprobieren des einen Kleides, des einen Anzugs, auf dessen Tragen man sich lange vorfreuen darf, das Probeessen, das Träumen und die Vorstellung, bald mit seinem Gefährten durch ein vor allen Leuten ausgesprochenes „Ja“ verbunden zu sein.

 

Ja, und auch das: Motzt mit aller Hingabe über die derben Preise, schluckt in vollem Bewusstsein, wenn Euer Budget zum ersten Mal überschritten wird, es wird nicht das letzte Mal sein. Das ernstlich Gute daran ist, Ihr werdet mit jeder Kredit-Rückzahlungsrate an Eure Hochzeit erinnert und das ist etwas Schönes. Was auch immer Ihr in dem Planungsjahr tut: tut es mit Bewusstsein.

 

Denn eines ist erprobte Realität: 1 Tag hat nur 24 Stunden, 16 Stunden davon ist man in etwa wach, der Tag selbst gleicht einem ICE auf der Hochgeschwindigkeitstrasse. Ehe man sich versieht, wird man am Ende des Tages ausgespuckt und fragt sich völlig atemlos „was, schon vorbei? Ich will nochmal!“

 

Wie gut, dass Fotos gemacht werden, die einem zeigen, was sich alles jenseits der Wahrnehmung ereignet hat - man würde es sonst fast nicht glauben.

 

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Mo

19

Mär

2012

Irland: ein alternativer Reisebericht

so gesehen

Kühe in Irland
Wenn einer einen Haufen macht... und alle schauen zu

Die Reise dauert genau 8 Tage. Sie beginnt am 10.3.2012 am Flughafen Düsseldorf und endet dort am 18.3.2012.

 

Zwischen diesen beiden Daten liegen aufregende Tage und St. Patrick´s Day. Doch statt mit einem Reiseführer endloser Bauwerksbeschreibungen zu langweilen, lassen wir Euch an unserem ganz persönlichen Irland-Eigenleben teilhaben.

 

Natürlich und gerne dürft Ihr Eure Feedbacks & Kommentare hinterlassen.

 

Enjoy!

Sandra & Patrick

 

 

Tag 1: Hochzeit & Frittenfett

Das neue irische Selbstbewusstsein

 

Noch vor 4 Jahren galt das irische Essen zurecht als ungenießbar.

Import-Junkfood statt grüne Frische.

 

Doch inzwischen hat sich die Einstellung der Iren zu den eigenen Produkten grundlegend gewandelt. Man wirbt mit "100% Irish Beef" oder "exclusively sourced locally".

 

Endlich!

 

Denn es reicht ein Blick auf die saftigen Weiden, um zu wissen, dass keine Kuh, kein Schaf der Welt glücklicher ist als hier. Allein: die Iren wussten nicht, wie ungewöhnlich gut sie es haben und stellten ihr Licht unter den Scheffel. 

 

Jetzt wissen sie es jedenfalls, sind zurecht stolz auf sich und ihr Land, auf ihre Natur und das, was sie daraus an Essbarem zaubern können.

 

Wir begannen unseren kulinarischen Trip jedoch mit der Ausnahme...

 


Erster Hungerstopp in Athy (A:th:ai) nach der Landung in Dublin.

 

Ein Take away italienischer Provenienz wirbt mit den besten Fotos von Fish & Chips. Wir bestellen und staunen nebenbei über den Schultüten-Service.

 

Es endet alles auf "... & Chips". Selbst das Lasagne Menü.

 

Sollten sich die Kinder von den "Schultüten" ernähren, werden sie ihre Volljährigkeit vermutlich nicht erleben.

Wir brechen zu einem Verdauungsspaziergang auf. Geht nicht anders. Sowohl Fish als auch Chips setzen uns zu und nehmen entsprechende Auswirkungen auf unsere "gefühlte Leichtigkeit".

 

Wie beschreiben wir am besten das Essen? Qualität: Sondermüll! Geschmack: Fisch unter der Brent Spar hergezogen (nach der Explosion), Fritten: in Streifen geschnittene, frittierte Klumpfüße außerhalb des Haltbarkeitsdatums! Und alles bunt zusammengeschmissen in einer dicken braunen Papiertüte, wie sie in den USA zur Verpackung von Alkohol benutzt wird. Nur viel größer. Und der Inhalt ungesünder als Alkohol (egal in welcher Menge) es jemals sein könnte.

 

Dafür erweist sich der Schaufensterbummel gleich als home-run...So: diese Fotos sind für Euch.

Castle Lodge B & B in Lismore

Es geht über kurvige Straßen weiter, bis es dunkel wird. Und als wäre es geplant gewesen: unser erstes Castle Lodge B & B in Lismore...?!

 

Die Hausherrin erzählt uns davon, wie teuer die Hochzeitsfotografen in Irland seien.

Wir schauen betroffen drein und es endet damit, dass wir Kärtchen austauschen. Wir beschließen, die Schnappschützen-Webseite auf mind. zweisprachig zu erweitern, damit es unsere neue Irland-Dependance-Agentin leichter hat. 

 

Der Tag geht vorbei. Wir vergessen die Zeitumstellung und sitzen 1 Stunde zu früh im Pub, um dort - immer noch - an der Verdauung der Chips zu arbeiten. Wir lernen einen neuen Freund kennen, Jameson, und seinen Kumpel Guiness... sehr relaxte Typen.

 

 


Pub (Port Magee), Ring of Kerry 23h, 2. Tag

Liebe Veronique und alle, die noch nach Irland kommen:

wir haben das Geheimnis der frittierten Lebensmittel gelüftet!

 

- S: *hicks Wenn man sie ißt, verträgt man mehr von diesem schwarzen Zeug...

- P: ...und von einem Typ, der Jameson heißt und in einer recht hübschen Flasche lebt *kleines hicks

- S: was, ganz allein???

- P: ...aber er hat jede Menge Brüder, die zwar nicht genauso heißen... sonderbar... aber genauso nett sind!... Und die sehen alle gleich aus...

- S: oh?!...

- P: ich habe übrigens gerade dein Bier getrunken...

- S: ... oh...

- P: ... oh was? Weißt du überhaupt noch, wo unser Zimmer im Hostel ist?

- S: ... em, da hinten?

- P: aha... danke!

- S: ... im Norden?...

- P: oh, jetzt erinnere ich mich?!

- S: coool... ich gerade nämlich nicht...

- P: ich bring dich nach Hause Baby... frag nur kurz Jameson nach dem Weg. Und wenn der nicht Bescheid weiß, dann der alte Guiness.

- S: cooool... ich erinnere mich nämlich gerade nicht...

- P: oook! Verstehe, jetzt wirds wohl hart. Aber ich kenne jemanden, der dir helfen kann... heißt Ardbeg und wohnt hier um die Ecke!

- S: ...

- P: Shit! Die Autofokuspunkte verlassen sie... einer nach dem anderen! Und der Tastsinn... wo ist der Stift?

- S: cooool...

(peace and sunshine all over the world)

Danach isst Sandra einen Kaugummi an der frischen Luft und damit ging für sie persönlich der Tag zu Ende.

Es war nämlich so...

Die Frau ist heute mit nem 10kg Fotorucksack & Esprit-Halbschuhen mit Kreppsohle einen ganzen großen irischen Berg hochgeklettert!!!...

 

Gleich nach dem Full Irish Breakfast, bestehend aus Toast, 2 fettigen Würstchen, black & white pudding, Spiegelei, gebratener Tomate und Pilzen, erkundeten wir Lismore etwas genauer. Das taten wir zu Fuß, natürlich durften die Kameras niemals alleine im Auto bleiben. Zuerst begutachteten wir Lismore Castle nebst Park, dann füllten wir unsere Wasserflasche mit glasklarem Gebirgswasser aus dem Brunnen.

Schließlich machten wir uns auf in Richtung Killarney. Die Sonne schien, die Blase voll mit Gebirgswasser drückte.

 

Also hielten wir in Killbert an und sahen diesen wunderschönen Hügel. Je näher wir an ihn heranrückten, desto größer wurde er allerdings. Dummerweise hatten wir uns schon gegenseitig die Leichtigkeit des Aufstiegs beteuert, so dass ein Rückzug aus Stolzesgründen nicht mehr möglich war. Die weichen Gräser waren in Wirklichkeit stachelige Büsche. Wir stapften trotzdem los.

 

Patrick hatte leider Nacken, ich deshalb das Gepäck - und die Schnappatmung. Dafür belohnte uns der Berg mit einem brutal schönen Ausblick.

 

Es war noch genug Tag übrig, um weiter in Richtung Ring of Kerry zu fahren.

Geschwindigkeitsempfehlung

An der Stelle eine Empfehlung! Man muss in Irland nicht alles wörtlich nehmen.


Die Straßen sind gerne kurvig, die Kurven führen gerne über einen Hügel, dessen hinteren Verlauf man nicht kennt, man darf diesen Hügel mit 100 km/h nehmen und: fahrt bloß immer linkser als links. Die Iren fahren schnell, die Straßen sind genau auf Autobreite angelegt, Trucks interessiert das nicht. Der Beifahrer sollte sich in Vertrauen üben, denn die meiste Zeit sieht er die Straßenbegrenzung neben sich nicht mehr.

Geschweindigkeitsempfehlung für irische Straßen

Was uns zu heiteren Vorstellungen bei der Rückgabe des Mietautos animierte.

"Hi there - did you have a good trip?"

"Yes Sir, but we lost some of your car. It´s rather like a motorcycle now. You´ll get used to it, just don´t move too much. The bad part of it: the radio was on the left hand side. The good part: my wife is gone."

usw. halt

 

(naja, eigentlich bin ich die ganze Zeit gefahren, Patrick hatte ja Nacken und konnte nur nach rechts gucken)

Wie auch immer: wir cruisten den Ring of Kerry, der für den Fahrer wenig Gelegenheit zum Genuss der Landschaft bot, dem Beifahrer aber ein anhaltendes "oaaah" entlockte. Nächster Halt: Cahirciveen

Dort nahmen wir im Irish Pub Shebeen eine grandiose Soup of the Day und den besten Irish Coffee ever. Der Pub riecht nach Pipi, aber das Essen dort ist im besten Sinne überregional bekannt.


Alles in allem reichte uns das Örtchen nicht, um uns dort eine Bleibe für die Nacht zu suchen. Wir strebten Knightstown an. Auf dem Weg gelangten wir zufällig nach Port Magee. Der Anblick des Hafens überzeugte uns, außerdem sahen wir ein urgemütliches Pub, wir blieben.

Zunächst checkten wir im Hostel für 14 € / Person ein, das wir nicht etwa wegen seines puristischen Stils wählten, sondern wegen seiner ausgesuchten Lage direkt neben dem Pub. Dort trafen wir auf Fiona, einer Halb-Schottin / Halb-Engländerin, herzlich nett und fürchterlich froh, jemanden zum Reden zu haben. Wir erfuhren, dass ihre schottische Mutter zwischen Scotch und Whiskey unterscheidet und Fionas Ehemann von seinen Vorgängern aufgrund dessen Scotch-Festigkeit.

Naja,  wie es dann weiterging und endete, wurde ja bereits oben beschrieben...



Tag 3: Kaffeeee!

Weil ich günstigerweise noch gar nicht ausgezogen bin, brauche ich mich auch nicht anzuziehen, um nach dem Aufwachen sofort ins nächste Café zum Frühstück zu stolpern.

 

Fiona sitzt zufällig auch dort. Sie grinst breit und lobt uns. Wofür noch mal? Em, vielleicht, weil wir ihre Mutter stolz gemacht hätten? Egal, der Kaffee ist stark, wir verabschieden uns und setzen uns verkehrt herum ins Auto. Der Fahrer mit dem Schlüssel sitzt auf dem Beifahrersitz und umgekehrt. Die Autos sind irgendwie total verdreht hier.

 

Fahren schließlich noch Knightstown an. Gesehen. War schön. Oder auch nicht. Wer weiß es schon. Abgehakt. Weiter geht´s.

Patrick hat Nacken und Jameson. Wir füllen die Gebirgswasserflasche mit Aspirin auf und fahren so durch die Lande. Mitten in der irischen Prärie halten wir unser 2. Frühstück: irischer Apfel, irischen Cheddar, irischer Brownie, im Radio irische Folklore. Wir fühlen uns wie Iren und sprechen gälisch.

Lanschaft in Irland
Ginster

In Tarbert nehmen wir für 18 € eine Autofähre nach Kilrush, um uns den Umweg über Limmerick zu sparen. Auf diese Weise überqueren wir den Shannon, was einfach so ein tolles Gefühl ist.

 

Es ist März, der schottisch-irische Kampfginster blüht. Es ist wunderschön, mit dem Auto durch die Weite zu fahren und die Augen der Landschaft zu überlassen. Der Weg ist unser Ziel.

 

Übrigens: Wir glauben, die alten Iren setzen sich zum Sterben in blaue Autos, fahren einfach drauf los, bis es vorbei ist. So zumindest unsere Vermutung. Es war auffällig, dass es nur die blauen Atuos waren, die man mit einem zügigen Gehstil hätte überholen können. Ein Blick in die Fahrerzelle offenbahrte stets gefühlt 100-jährige Piloten, die ohne bestimmtes Ziel unterwegs zu sein schienen.


 

Cliffs of Moher. Inzwischen bezahlt man den Parkplatz mit 6 € / Person. Einer von uns hätte auch vorher aussteigen können, dann wäre es bei 6 € geblieben, denn kontrolliert wird man hinter dem Parkplatz nicht mehr. Der imposante Blick lohnt sich jedenfalls allemale.

Burren, County Clare

Wir fahren durch den Burren im County Clare, einer Mondlandschaft mit jeder Menge Potential für ABM und 1 € Jobs.

 

"So Jungs, ich möchte, dass ihr jetzt mal die Steine wegräumt!"

Wir bleiben im Burren. Die Kargheit der Mondlandschaft hat ihren geistreinigenden Reiz.

 

Nachts kehren wir im Logues Lodge B & B ein. Die Zimmer sind ein kolonialer Traum, es lodern - wie überall - offene Kamine, das Roastbeef ein Beweis für maximale Frische irischen Fleischs. Störend allein sind die - ebenfalls wie überall - hängenden Flachbildschirme.

Zapfanlage
was willste sonst machen, aber schön sind diese Zapfanlagen

Es läuft Fußball. Es läuft nicht gut für mich. Ebenso wenig für Patrick, dem das Talent zum Entertainment ausgegangen ist.

 

P: "Ja, so ist das, ich ziehe sie alle in meinen Bann. Jetzt fängt sie schon an, die Zapfanlagen zu fotografieren."

 

21:24h: Ende Tag 3

 

21.28h: ...eh, doch noch einen Jameson bitte..."

 

 

 

 

Tag 4: Connemara & The Institution

Der Kaffee hat´s getan, wir sind wieder auf der Straße. Und was für einer. Irgendwann hält es uns nicht mehr im Auto, streifen umher, nehmen die Wege, die nicht mehr auf der Karte stehen. Wir sind in Connemara, Joyce Country angekommen. Wir sehen die berühmten Connemara Pferde, verlieren den Bezug zu Zeit. Das Leben ist schön.

 

Ein kurzer Halt bei Kylemore Abbey. 12,50 € Eintritt, kommerzielles Fotografieren nicht erlaubt. Wir schauen uns die Fotos im Aushang an und fahren weiter. Heute gibt es kein Foto für Euch.

...von der Abbey vielleicht nicht, dafür aber von: The Institution!

 

Wir sprechen von "The Old Monestary Hostel" in Letterfrack.

Nichts für Allergiker, die würden auf der Stelle in einen anaphylaktischen Schock fallen, aber definitiv eine eigene Fotostrecke wert. Wir zeigen Euch mal ein paar Zimmer...

Dog-Tale

 

Noch ein paar Zeilen zum Hund des Herbergsvaters Steven: Der Hund ist ein Mädchen und heißt Chai. Wir haben sie Chai Ratte - das energetische Erdmännchen getauft, und sie hat einen Sinn für Gefahr. Ein Hund, voller Respekt vor uns, aber nicht vor den 40 Tonnern auf den irischen Straßen. Wir wollten eigentlich essen gehen und 1-2 alte Freunde treffen, ihr wisst schon wen. Chai aber wollte Gassi gehen. Sie alle 5 Minuten vor jeder Art von KFZ zu retten zermürbte. Wir brachten sie nach Hause.

 

 

Sandra fragte mich in dem Zusammenhang:

 

"Dass Steven keine Angst um seinen Hund hat?" - um sich 1 Sekunde später in unnachahmlicher Logik zu verbessern... "um ihren Hund hat?" (ist ja schließlich ein Weibchen!)

- 3. Versuch: "...um seine Hündin"?

 

(der ist für Yvonne - oder meintewegen für Dein Klo-Buch)

 

Wir gingen unsere Freunde besuchen. 


Tag 5: Irish Session mit Snowpatrol

Backen kann Steven der Herbergsvater jedenfalls - herrliches Soda-Bread zum Frühstück mit Porridge. Wir frühstücken zusammen mit ihm und der Französin Marion. Dabei erfahren wir vom schönsten Strand der Umgebung.

 

Und finden einen neuen treuen Begleiter...

 

Finally Sligo - die größte Stadt im Norden Irlands. Ich bin ernsthaft unterzuckert und dehydriere. Wir fallen in die nächstbeste Burgerbude ein, trinken Cola mit Zucker und bestellen uns übelst fettiges Essen.

 

Ein Full Irish Breakfast bringt einen tatsächlich durch den Tag - und das hatten wir heute Morgen nicht.

 

Wir leisten uns den Luxus des Sligo Best Western Southern Hotel - die Hostels haben uns alle nicht aufgemacht.

Abgesehen davon, dass Sligos Towncenterbeschilderung dich alle 30m nach rechts schickt, bis du einmal im Kreis herumgelaufen bist (und alles gesehen hast), gibt es sehr interessante Pubs hier.

 

Ab hier folgt nur noch eine Beschreibung des unbeschreiblichen Abends im furey´s est. 1969.

 

Es ist kein Zufall, dass wir hier sitzen. Wir haben uns nämlich schon länger etwas gewünscht, für das wir bisher immer 1 Tag zu spät oder zu früh kamen... wir finden uns allen Ernstes und endlich in einer Irish Session wieder.

 

Sie finden in Pubs statt und man trifft sich, um Musik zu machen. Jeder, der mag, darf was singen, oder die Bodhran / Whistle / Löffel / Fiddle / Gitarre spielen. Traditionellerweise werden Irish Traditionals gesungen. Ein buntes Potpourrie an Stimmen und Melodien. Ich liebe es.

 

Es gibt also eine Irish Session, die Augen leuchten in Erwartung und der Pubbesitzer eröffnet gleich mit "Run" von Snowpatrol auf der Gitarre. Himmel, was ist mit den Iren los? Traditional Irish Sessions erweitert auf Popsongs?! Ich bin sprachlos, Patrick begeistert. Er weiß gar nicht, was er zuerst machen soll: mitsingen, reden, klatschen oder atmen. Es war sein gesungenes Hochzeitslied an mich.

 

 

 

Der Nächste singt "Fix you" von Coldplay. Es hätte nicht schlimmer kommen können. Patrick trommelt mit. Dann packt ein leicht angetrunkener Mann sein Traditional Repertoire und Entertainer-Gen aus, singt Paddy´s Song, bis der Laden kocht und Patrick den Heldenstolztod stirbt.

 

Es gibt keinen Ort der Erde, an dem Patrick seinen Namen jetzt lieber preis gibt.

 

Und danach singt Bridget, die Frau neben uns. Sie hebt zu einer  gälischen Weise an. Der Laden ist auf einmal totenstill. Kein Männerpups mehr zu hören, andächtiges Lauschen bis hinter die Theke. Mir läuft die Gänsehaut rauf und runter. 

 

Bridget ist übrigens Grundschul-lehrerin. Wie wir erfahren durften, müssen Grundschullehrer in Irland eine musikalische Ausbildung haben und singen können. Wer das nicht kann, darf keine Kinder unterrichten (was erklärt, warum wir Deutschen uns mit Schlager und NDW blamieren).

 

Man hält uns für judges, weil wir ständig in unserem Reisetagebuch herumkritzeln und alles genau mitschreiben.

 

Die Wahrheit ist: ich brauche ein Ventil, denn während der Mann von eben nun "Whiskey in the Jar" singt, hat Patrick einen Weg gefunden, seinen aufgepeitschten Emotionen Ausdruck zu verleihen. Er trommelt Tisch, ein Ire den dazu passenden Barhocker. Mit Ellenbogeneinsatz und allen Flachteilen, die man sonst noch auf die Tischplatte hauen könnte. Die beiden verstehen sich. Sie trommeln sich in Extase und haben das wilde Leuchten jungenhafter Männlichkeit in den Augen.

 

Wie gesagt: kein Foto heute, nur ein Taxi nach Hause, weil Patrick, Jameson und Guiness den Weg nicht mehr wissen (100m um die Ecke) und ich eh nie aufpasse...

 


Tag 6: Chicken Maryland

Der Tag beginnt mit Ausschlafen und 3 Tassen Kaffee. Wir wagen uns noch weiter hoch in den Donegal - eine Leistung, wenn man bedenkt, dass wir in nur 8 Tagen einmal ganz rum um Irland gefahren sind - ohne Stress wohlgemerkt.

 

Wir haben Sonne, buchstäblich. Die anderen nicht. Über uns hält sich trotzig ein blauer Himmel, während es links und rechts regnet. Was macht man anderes, als an die Küste zu fahren und einfach nur stundenlang durch die liebliche Landschaft des Donegal zu wandern?

 

Höchstens abends ein B & B suchen und dann essen gehen. Genau so wars.

 

Patrick hat inzwischen Geschmack an Hotels gefunden, ich protestiere überzeugend:

"Wie kommt man leichter bis ins Wohnzimmer der Einheimischen als mit B & Bs? Man erfährt die echten Geschichten, bekommt home-made Frühstück."

 

Wir entscheiden uns fürs Brae House B & B. Man empfiehlt uns ein Restaurant, das geschlossen hat und so weichen wir auf Charlie´s Westend Café aus. Folgenschwer...


Charlie´s Westend Café´s Speisekarte

ach... der Körper schreit nach Vitaminen, nach fettfrei. Ein mageres Hühnchen, mit Obst und Gemüse. Ja, das verspricht "Chicken Maryland". Es wird bestellt.

 

Und geliefert. Aber was genau wird da geliefert? Ein großer Teller voller frittierter Bauteile... eigentlich ein Überraschungsei, man weiß nicht, was drin steckt. Was eigentlich auch völlig egal ist: Hühnchen, Würstchen, Bügeleisen, Handgranate... die Wirkung auf ein organisches System ist und bleibt dieselbe: desaströs!

 

 

 

Ich starre ungläubig auf die frittierte Vielfalt, der Traum von Vitaminen und fettfrei löst sich in Fettaugen auf. Ich esse einfach drauf los und hoffe, irgendwo die versprochene Banane zu finden.

 

Was wir später finden, ist die Erkenntnis, dass nur noch Jameson helfen kann, die im Magen entstandene Fritteuse zu zersetzen. Wir verstehen die eigentliche Erfindung des Irischen Whiskeys als Lebenshilfe statt als Genussmittel. Wenig später fallen wir mitsamt unserer Bäuche ins Bett und stehen erst mit der Morgensonne wieder auf.


Tag 7: Der Tag davor

Der Tag besteht aus verregneter Rückreise nach Dublin über die Toll-pflichtige Autobahn.

 

Zeit genug, um sich bewusst zu machen, was Irland auszeichnet.

 

- Man ist hier sehr freundlich

  zueinander. Selbst im Gedränge

  wird Rücksicht genommen.

- Das Wasser ist butterweich.

  Bodylotion ist das überflüssigste

  Utensil im Reisekoffer.

- Das Klopapier ist genauso weich,

  leider auch tendentiell

  saugunfähig.

- Es ist völlig in Ordnung, in  

  Jogginghosen herumzulaufen, das

  scheint hier gerade Trend zu sein.

- Das Essen ist extrem frisch, mit

  Neigung zur Überfrittierung.

- links fahren ist Gewöhnungs-

  sache, zuerst rechts gucken beim

  Überqueren der Straße allerdings

  auch!

 

Unser im Voraus gebuchtes Glenshandan Lodge Guest House in Swords (S:uo:rds) liegt nahe am Flughafen und nahe an Dublin. Perfekt!

 

Perfekt, um abends die Hauptstadt Irlands in Vorbereitung auf das große Ereignis des St. Patrick´s Day zu erleben.

 

Und zwar in Temple Bar!

 

Man braucht nicht viel zu sagen, die Fotos sprechen für sich.

 

Massentreiben wie in der Kölner Altstadt, mit grandioser Live-Musik im Old Storehouse (in dem es Belgier, Schotten, Holländer, Deutsche & Schweden gibt, nur eben keine Iren), nächtliche Ansichten Dublins zur Beruhigung.

 

Sandra hält ihre Kamera mit eisernem Griff, was den harmlosen Spanier Carlos verstört und seine Unschuld beteuern lässt. Ricardo & Paco beteuern dagegen eifrig, kein Englisch zu verstehen. Müssen sie ja auch nicht.... wir sprachen spanisch?!

 

Naja...

 


 

 

 

Tag 8: Patricks großer Tag - St. Patrick´s Day

Der Tag der Tage, der Grund für unsere Reise nach Irland:  

St. Patrick´s Day.

 

Patrick hat seinen Namen seinerzeit aus Irland mitgebracht bekommen, also will er das Gefühl des stellvertretend gefeierten Nationalheiligen genießen und Freibier trinken dürfen.

 

Auf geht´s mit passender Farbtarnung und 4 netten Spaniern im Taxi nach Dublin.

 

Es ist zwar kalt, aber die Sonne scheint, die Jugend entscheidet sich für die Eitelkeit und läuft mit nackiger Haut herum - wie halt in Deutschland auch. Wir trennen uns von den Spanieren und sind jetzt nur noch Sucher und Auslöser!

 

Als Paradenerfahrene haben wir solches nicht erwartet: die St. Patrick´s Day Parade ist ein Must-Have-Seen!

 

Was ein WAHNSINN! Wir sehen eine Parade, die aus Fantasy und mystischen Gebilden höchster Kreativstufe besteht. Die Fußgruppen laufen nicht mit, sie performen ihre Kostüme. Sänger auf wirklich hohen Wagen, Dudelsack-Gruppen...

 

 

Wir hören auf zu schreiben und zeigen Euch ab jetzt nur noch Bilder!

 

Damit endet auch unser alternativer Reisebericht, wir flogen halt ganz unspektakulär am nächsten Morgen zurück nach Düsseldorf.

 

Konntet Ihr uns folgen? Hinterlasst uns gerne Eure Feedbacks und Kommentare. 

 

Slàn leat!

 

Sandra & Patrick

die Schnappschützen

 


7 Kommentare

Mo

13

Feb

2012

Whitney Houston ist tot?

von wegen...

me and my Whitney Houston LP
me and my Whitney Houston LP

Tribute to Whitney Houston

 

mit dabei: der Badeanzug, der die 80er prägte

Und dann ist da an meinem Geburtstag Whitney Houston gestorben und ich erkannte: jetzt, Sandra, weißt du, wie lange du schon lebst.

 

Ich lief in den Keller, kramte meine erste und einzige Whitney-LP aus dem Schrank, legte sie auf den Plattenspieler und versank in der Erinnerung an meine Zeit mit Whitney.

 

Ich war 14 oder so, die Neue Deutsche Welle schwappte ins Land, begeisterte mich erst mäßig. Musikalisch befand ich mich noch im Hintertreffen, wie überhaupt in allem, was Mode war. Bis ich eines Morgens dieses Lied im Radio hörte...

 

All at once

 

Genau, alles auf einmal. Im Nachhinein weiß ich, dass dieser Song meine Hormone "all at once" in die Pubertät schickte. Wie sehr dieser Titel zu dem passte, was in mir vorging und wie untrennbar beides miteinander verwoben blieb, zeigte sich an meinem unermüdlichen Schwärmen, bis andere die Geduld verloren. 

 

Aber - hey - was bitte war das auch für eine Musik? Das war ein völlig neues Gesangserlebnis, während Rihanna & Co noch in die Windeln machten. Da singt jemand mit einer oktavenunabhängigen Glockenstimme Melodien, die das noch kleine Herzchen einer in die Pubertät Gekommenen auf eine süßlich-schmerzhafte Weise völlig überforderten. Ich weiß nur noch, wie ich damals dachte "lieber Gott, lass mich irgendwann mal das erleben, wovon diese Frau hier singt". 

 

Und dann bekam ich zu allem Überfluss auch noch ihre LP in die Hand. Die erste, wo sie noch ungezupfte Augenbrauen hat. Das tat weh. Ich sah eine unfassbar schöne Frau auf der Vorderseite, auf der Rückseite dann ein Beispiel dafür, wie gut sich eine gute Figur in einem weißen Badeanzug mit hohem Beinausschnitt macht. Man darf nicht vergessen: in den analogen 80ern standen uns Fußvolk solche Beautyshootings noch nicht zur Verfügung - zumindest keine bezahlbaren.

 

Bingo: nun, da ich wusste, was "schön" wirklich ist, wie sollte man als normalsterblicher Teenie da jemals mithalten? Der nächste Badeanzug war zwar nicht weiß sondern neongelb (für einen weißen Badeanzug fehlte mir die schokobraune Haut), aber dafür war der Beinausschnitt mindestens genauso hoch. Bis heute sind mir hohe Beinausschnitte wichtig und wenn ich fotografiere mag ich es, wenn die Frau den Rücken überstreckt und sich blinzelnd einer imaginären Sonne engegenstreckt.

 

Neben Grace Kelly ist Whitney Houston für mich die schönste Frau der Welt geblieben und ich bin und bleibe ihr dankbar für all die Titel, die mir danach noch das Herz aus der Brust reißen sollten.  "Saving all my love for you", "Greatest love of all", "I will always love you", "One moment in time" usw.

 

Fest steht: Whitney hat nicht nur ihre Musik in meine Hormone gemischt, mein Schönheitsempfinden empfindlich geprägt, sie hat auch meine fotografische Richtung beeinflusst: die Schönheit von Normalsterblichen einfangen zu wollen.

 

Und jetzt, wo ich Geburtstag habe, ausgerechnet meiner, höre ich im Radio: "Whitney Houston ist tot".

 

Was das für mich bedeutet... naja, ist nicht schwer zu erraten:

 

Sandra ist wieder in der Pubertät... :-)

 

 

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Di

31

Jan

2012

Komm spielen!

Komm spielen...! Das ist eigentlich der Werbespruch von Canon. Aber weil diese inzwischen einen neuen Werbeslogan haben, übernehme ich ihn, denn: er ist GENIAL!

 

Komm spielen - wie philosophisch. Wie einfach. Wie universaltreffend obendrein.

 

Schon mal den straighten Zickzackkurs eingeschlagen? Und? Wo kamt ihr an? Bestimmt irgendwo. Egal wo. Egal wie. Aber ganz sicher nicht gelangweilt.

 

Komm spielen. Zermatere dir nicht das Hirn, fang einfach an, geh los, halt die Augen auf, spiel mit gewagten Ideen, stell dir vor, es könne alles eintreffen, was du dir vorstellst, stell dir das Schönste vor, rechne mit dem Unerwarteten, tu so, als sei es schon abgemachte Sache. Und erlebe, wie du tatsächlich auf Kurs kommst, allerdings auf abenteuerlich andere Weise als vermutet.

 

Ist das riesig! Ein Spiel mit den Möglichkeiten. Jeden Tag, an dem ich Lust dazu habe. Das ist Geburtstag mit nimmermüden Überraschungen. Komm spielen. Denk dir was aus.

 

Bei diesem Satz regen sich in mir die Schmetterlinge. Ich bin neugierig, was alles noch kommt, wie es kommt. Meine Wünsche habe ich bereits auf den Weg geschickt. Irgendwann werden sie mich überraschen, wenn ich am wenigsten damit rechne. Vermutlich begleitet von einer kleinen Herausforderung, die antestet, ob man wirklich will was man kann. Eine kleine Mutprobe. Machbar genug, um zuzugreifen.

 

Deshalb bin ich Fotografin geworden, als ich dachte, Innenarchitektin werden zu wollen. Deshalb haben wir ein Fotostudio eingerichtet, als wir dachten, keines zu brauchen. Deshalb fotografieren wir Opernsänger, als wir dachten, nur Privatleute zu portraitieren. Und was kommt als Nächstes?

 

Ich weiß es. Ich weiß nur nicht wann.

 

Komm spielen - heißt eigentlich nichts anderes als: komm leben.

 

 

 

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Di

02

Aug

2011

light in the box - ein Erfahrungsbericht

oder: wir brauchen mehr Licht in der Nähstube

 

Jeder, der heiratet, stolpert bei der Kleidersuche irgendwann einmal über die China-Anbieter, die teure Designerkleider in abgespeckter Version nachbauen. Die Preise sind verlockend, wenn man bedenkt, dass man ein Hochzeitskleid nur 1 mal trägt und 1.000 Euro viel Geld sind.

 

Mich hat die Neugier mindestens genauso gepackt, wie das Mißtrauen. Also brauchte ich einen Feldversuch: die Kinder (naja, 13 und 18) wollen schließlich auch verpackt werden.

 

Wir suchten uns ein nettes Kleidchen auf der Webseite von light in the box aus, was man sicher in Standardmaßen hätte kaufen können. Aber wir wollten es hochprofessionell und entschieden uns, noch ein paar Euro drauf zu packen, um die Kleider jeweils maßschneidern zu lassen. Nichts ist schöner, als ein Kleid, das wie angegossen sitzt.

 

Also: 2 mal derselbe Kleidtyp - 2 verschiedene detaillierte Körpermaßangaben nach Anleitung.

 

Die Lieferung erfolgte pünktlich und in guter Verpackung. Und dann der Moment, auf den die Neugier 4 Wochen wartete:

 

der Qualitätscheck:

 

Material:

passend zum Preis - leider nicht der hochwertigste, aber es ging noch

 

Verarbeitung:

es fiel zumindest nicht auseinander.

 

Passform:.... 

1 mal Modell Pottwal, 1 mal Modell Kunst

 

Tja, die Passform: Was haben sich die Näher(innen) da wohl gedacht? Welche kreativ-absurden Vorstellungen haben die Chinesen von europäischen Körpern? Können sie Zahlen lesen oder überhaupt etwas mit den Informationen anfangen, die zu dem Aufpreis einer Maßanfertigung führen? Beide Mädchen sind schlank. Die Maße von Hüfte, Taille, Brustumfang und sämtlichen Längenangaben waren eindeutig beziffert. Was kann man groß falsch machen? Keine Ahnung, aber es war so ziemlich alles falsch.

 

Der einen rutschte das Kleid direkt runter auf die Füße, weil der genähte Brustumfang 1,50m betrug?! Bei der anderen schaffte es das Kleid nicht mal über die Schulter, vermutlich, weil eine rekordverdächtige Minichinesin Modell gestanden hat. Es passte gar nichts zusammen. Das Kleidungsstück hatte eine biologisch unmögliche Form. Die von uns angegebenen Maße fanden allenfalls Anwendung auf dem Lieferschein, woran die Kleider selbst sich orientierten, blieb uns ein nagendes Rätsel.

 

Naja, es war ein Feldversuch - gewagt, verloren. Mein Hochzeitskleid wird totsicher im Geschäft gekauft. Kein Problem. Ich beschwere mich nicht. Das einzige, das mir seitdem keine Ruhe gibt, ist die Frage: wie in aller Welt können solche abnormen Säcke bei einer Maßanfertigung zustande kommen? Und: wie wohl die Standardmaße ausgefallen wären?

 

Soll ich es etwa mal nur so spaßeshalber bestellen?

 

Aber nein, lieber nicht, wem könnte man konstruktiv seine Meinung geigen, damit diese daraus lernen könnten? Dem Hersteller jedenfalls nicht. Der verschickt zwar brav Feedback-mails. Wenn man diese jedoch ausführlich ausfüllt und auf ´senden´ klickt, empfiehlt sie sich mit einer Fehlermeldung ins sichere Nichts: "Empfänger nicht bekannt".

 

So, Fragen?

 

 

 

 

6 Kommentare

Di

31

Mai

2011

Wenn Fotografen sich fotografieren lassen müssen

... eine Selbsterfahrung

Himmel hilf! Was macht man, wenn man als Hochzeitsfotograf nun selbst heiratet und für seine Hochzeitseinladungen locker-schöne Bilder am Escher Strand braucht?

 

Richtig, man geht nicht zum Metzger sondern fragt jemanden, ob er ein paar Bilder schießt. Und schwups wechselt man von der vertrauten sicheren Seite hinter der Kamera zur ausgelieferten Seite vor der Kamera.

 

Jetzt spüüüüren wir, wie hilflos die Arme plötzlich herabhängen und man sich fest an sein Ersatzkameralächeln klammert.

 

Das war aber nicht der Plan: wir wollten Bilder von uns in Action - life und in Farbe - wir, wie wir sind. Also vergessen wir das Ding mit dem Gutaussehen und legen los, machen unseren Spökes, küssen uns nach Herzenslust, lachen über uns selbst mit dem ein oder anderen verliebten Seitenblick. Patrick schleift mich am Hosenbund durch den Sand, es ergab sich.

 

Heimlich hoffen wir, der Fotograf sieht all das und hält drauf ohne auf eine Standpose zu warten. Denn das - mit Verlaub - ist uns oberpeinlich. Das letzte was wir mögen, ist minutenlang in die Kamera zu schauen und zu warten, bis der Fotograf mit unserem Gesicht zufrieden ist.

 

Er muss also schnell sein. Sehen, schießen, sehen. Muss störende Bildelemente im Hintergrund erkennen, flink eine neue Perspektive suchen, um sie auszublenden. Muss die Intimität eines Kusses interpretieren durch eine geeignete Zoomeinstellung ohne dabei den Kuss zu stören. Muss im Vorfeld schon wissen, wie eine zappelnde Bewegung anschließend auf dem Foto aussieht. Noch heimlicher hoffen wir nämlich, am Ende trotzdem gut auf den Fotos auszusehen.

 

... Wir wussten gar nicht, welchem emotionalen Stress unsere Paare ausgesetzt sind, wenn wir zu einem Brautshooting aufbrechen.

 

Eine solche Selbsterfahrung prägt.

 

Wir versprechen, Euch den Rücken frei zu halten. Was auch immer wir nicht mochten, sollt Ihr nicht erleben müssen. Wir werden sehen, schießen, sehen und Euch am Ende gut ausehen lassen.

 

Ist das ein Wort?

 

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Mo

16

Mai

2011

Anekdötchen

Man erlebt so einiges auf einer Hochzeit. Hier wächst ein Ansammlung diverser Heiterkeiten.

(...)

 

Pärchenshooting am Baum. Unter den Gästen entwickelt sich eine Eigendynamik: jedes Pärchen möchte ein persönliches Kussbild unter der lauschigen Laube.

 

Patrick fotografiert.

 

Ein Paar nach dem anderen schiebt sich ins Bild - küsst sich - lacht - und macht dem nächsten Paar Platz.

 

Ein junges Pärchen stellt sich parat.

Patrick: "Und jetzt möchte ich einen schönen Kuss sehen".

Die junge Frau schaut verwirrt. "Wie?! Soll ich jetzt etwa meinen Bruder küssen?"

Patrick jedoch hört es nicht und besteht auf einen fotogenen Kuss.

 

Die folgsame Frau küsst daraufhin ihren völlig verdatterten Bruder, während sich die Gäste vor Lachen über den Boden rollten...

 

(...)

 

Es braucht nur einen Brunnen, ein Kind, das auf dem Brunnenrand herumbalanciert, und Eltern, die das Kind grundsätzlich - aber nicht immer - im Blick haben.

 

Dann bedarf es einer Ablenkung, welche das Kind verträumt in die Luft schauen lässt. Und es braucht einen Schnappschützen, der genau darauf wartet, was in den nächsten Sekunden passiert:

 

"platsch"!

 

Nichts passiert, außer dass es jetzt ein Foto mit dem Blick eines Kindes gibt, das ausdruckvoll-verdatterter nicht sein kann.

 

(...)

 

 

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Mi

11

Mai

2011

wer bin ich und was genau mache ich noch mal?

Es gibt Milliarden an Fotos und gefühlte Millionen Fotografen, die diese Milliarden Bilder aufgenommen haben. Es gibt nichts mehr, das nicht schon da gewesen wäre. Von den ersten s/w-Fotografien bis hin zu surreal wirkenden Modefotos mit belämmert dreinschauenden Models. Dieser Stil hält sich hartnäckig, in immer neuen dramatischen Kulissen und man ist fast geneigt, diese Art der Bilderwelt zu kopieren. Weil: man sieht sie ja überall.

 

Aber: eigentlich will man etwas Eigenes machen. Die eigenen Bilder umsetzen, die... bäng, da mischt sich wieder ein gesehenes Bild in die eigenen Reihen. Man möchte also wahrhaftige... bäng... also gut: künstliche... bäng... eh provozierende?... bäng... ok, hirntote Bilder machen. Bitte schauen Sie recht extraterrestrisch.

 

Manchmal ist es ein Kampf gegen die Bilderflut, von der man andererseits aber auch fasziniert mitgerissen wird. Darauf folgen Tage tiefster Verwirrung ob der eigenen Arbeit. Wer bin ich in dem Schwall milliardenschwerer Vergleichsbilder? Man will nur noch Strichmännchen malen.

 

Ok, ich gebs zu: das schreibe ich, Sandra. War ja klar. Frauen schauen gerne mal im Fischaugenpanoramamodus. 

 

Bewegen wir uns also weiter im Kreis Richtung Anfang: ich liebe die Menschen so schön wie sie sind. Wir ringen dem Leben das Leben ab, was, wer Augen hat zu sehen, ein unerschöpfliches Fantasien ist.

 

Na also, ist doch alles wieder gut :-).

 

 

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Di

15

Mär

2011

Welche Therapien helfen Fotografen wirklich?

Oder: von der Last des Spaziergangs

Die rastlosen Augen des Fotografen sehen und suchen. Sie finden und fluchen: denn mit fast an 100 % grenzender Sicherheit hat er just dann keine Kamera zur Hand, wenn es sich lohnt. Schleppt er sie hingegen mit auf der Suche nach dem Big Shot, zieht sich der Himmel zu, verblassen die Farben, die Welt gibt sich strunzenlangweilig.

 

Na denn, fotografieren wir doch die Strunzenlangeweile. Das wiederum ist eine seelische Herausforderung, denn die Konsequenz des gelungenen Bildes liegt darin, dass kein Schwein es sehen möchte, weil: langweilig! Ziel erreicht, Fotograf auf der Couch.

 

Also trickst der Fotograf das Schicksal aus. Er legt mit dramatischer Geste die Kamera in die Tasche, schließt diese demonstrativ im Schrank weg, schnappt sich den Mantel und trottet scheinbar deprimiert ins Leben hinaus. Was das Schicksal nicht sehen darf, ist die kleine Kompakte im Innenfutter des Mantels - mit Schnellzugriffsöffnung.

 

Aber das Schicksal reagiert boshaft auf Betrugsversuche. Statt einfach nur den Spielverderber zu spielen, greift es zur sadistischen Intrige.

 

Nicht nur, dass sich dem Fotografen mit der heimlich mitgeschmuggelten Kompakten auf einmal der Himmel öffnet, nein, es zaubert sogar skurile Wolkengebilde hinein, hinter der sich eine orangefarbene Sonne durchdrückt, um abstrakte Schattenkunst auf das lila getünchte Feld zu malen, über das gerade ein pinkfarbener Delfin mit anmutig überstrecktem Rücken hinweg fliegt, hinter dem sich ein fluoreszierender Regenbogen spannt.

 

Mit diesem Motiv hätte der Fotograf sein Ticket zum Weltruhm in der Tasche gehabt... wäre, ach wäre die kleine Kompakte auch nur im Ansatz in der Lage gewesen, ein solches Schauspiel technisch gebügelt zu bekommen. Hätte das Objektiv, der Weißabgleich, die Auflösung, die Blende, der Zoom, ach schlicht dieses gesamte Sch...gehäuse auch nur ein Fitzelchen der Qualität gezeigt, die die sonst zumeist überflüssigerweise mitgeschleppte Profikamera hat.

 

Mit der richtigen Kameraausrüstung wäre das Ding längst im Kasten gewesen...

 

Nach solchen Erlebnissen träumt der Fotograf schlecht. Für lange lange Zeit. Immer wieder holen ihn die verpassten Momente ein, während eine Schicksalsstimme hämisch aus dem Off lacht.

 

Irgendwann, so schwant es dem Fotografen, muss er lernen, einen Spaziergang auch mal ohne Kamera bewältigt zu bekommen. Mit Hilfe eines Therapeuten! ... Oder mit hoffentlich und endlich einer verdammten guten kleinen Kompakten, die es aber mit jedem pinken Flugdelfin aufnehmen kann!

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Mi

15

Dez

2010

Name gesucht für unser neues Fotostudio

Arbeitstitel: "Studio kunterbunt"

 

Es ist raus: wir arbeiten an unserem neuen Fotostudio. Der derzeitige Zustand der Räumlichkeiten ist schockierend arbeitsintensiv - man könnte weglaufen, wäre da nicht diese Vision...

 

Ein Raum für phantas(ie)tische Bilder. Fotobooth, Requisitenhöhle, Verkleidekammer, klassische und spinnerte Kulissen... Hauptsache, der Art der Fotos sind keine Grenzen gesetzt. Die Ideen sprudeln bereits (was sich in Sachen Einschlafen als unbarmherzige Hürde erweist).

 

Farbe, Materialien, Lampen, Kameras uvm sind bereits am Start... fehlt nur noch der passende Name?!

 

Weil wir nicht die einzigen ideenreichen Menschen sind, freuen wir uns an der Stelle auch an Eurem Kreativpotential teilhaben zu dürfen. Macht doch einfach mal ein paar Vorschläge...

 

Danke - und: wir sind gespaaannt.

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Mo

25

Okt

2010

Tipp: Hotel für Flitterwochen (ende)

Flitterwochen(ende), Hochzeit, Auszeit, Menschwerden

Wir empfehlen: (Wellness) Hotel Seehof, Belgien

 

... unter der Voraussetzung, dass Sie erst lesen


Dieses Hotel polarisiert. Entweder mag man es richtig oder gar nicht. Wer die Norm sucht, sucht besser woanders. Statt distinguiert-distanziertem "Hatten Sie eine angenehme Reise" ein zünftiges "Scheiß Wetter, was - herzlich willkommen" vom Herrn des Hauses. Das Hotel ist familiengeführt und damit von Persönlichkeit(en) geprägt. Mit dem Herz am rechten Fleck.

 

Von der Stange sind allemal die Hühner und selbst die sind Patchwork. Heiterer Stilmix durch alle Zimmer mit in sich geschlossenen Harmonien. Perfekte Imperfektion gepaart mit Professionalität. Dominant einladend die Badezimmer, welche eher Wohnzimmercharakter haben und deshalb dem Hotel einen Stern kosten (wir verzichten auf den Stern und nehmen lieber das unendlich kuschelige Badezimmer). Liebevoll eingerichtete Zimmer neben romantischen Hochzeits- und sonstigen Suiten.

 

Wellness gibt es in eindrucksvollen ausgeprägten Formen. z.B. Thai-Massagen, Ayurveda-Kur, finnische Saunen, Chleopatra-Raum (aaah), orientalischer Hamam und ganz oben drauf (oder rechts daneben im Freien) die russische Dampf-Banjha. Letzteres ist übrigens ein Geheimtipp! Wir nutzten nichts anderes.

 

Gegessen wird das abendliche 4-Gang-Menü in der Stube am offenen Kamin. Kommen wir damit zum Namenlosen: dem Essen. Auf der Webseite steht „innovative Küche“. Wir kennen kein adäquates Wort dafür und erlebten stattdessen eine Offenbarung. Besseres Essen haben wir noch nicht bekommen (und dahinter setzen wir ein Ausrufungszeichen)! Alles hausgemacht und selbst erdacht, Geschmacksverstärker oder andere Kurpfuscher kommen nicht mal in Erwägung. Dazu erstklassiger Wein aus dem unter Ihnen liegenden durch Plexiglas sichtbaren Weinkeller.

 

Ach ja, die Umgebung. Mitten im Hohen Venn (Moorlandschaft, durch die kilometerlange Holzstege führen) auf der belgischen Seite am Bütgenbacher See gelegen. Fragen?

 

Wir wiederholen: das Hotel ist eigen – so eigen, dass wir uns frei fühlten, auch eigen bleiben zu dürfen. Der Grund, weshalb wir uns nicht nur wahrhaft erholen konnten sondern es auch auf unserer Empfehlungsseite aufnehmen.

 

www.seehof.be bzw. www.pur-wellness.de

 

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