Homo-Ehen, eine Niederlage für die Menschheit... oha, Herr Parolin!

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Der Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin nennt das irische „Ja“ zur Homo-Ehe „eine Niederlage für die Menschheit“

 

Das ist eine Aussage, die mich heute Morgen ziemlich beschäftigt und ich möchte meine Gedanken dazu mal in Worte fassen:

 

Mir wird gesagt, ich habe theologisch gesehen ein gefährliches Halbwissen. Es stimmt. Aber es gibt eine Einsicht, für die braucht man nicht viel Hintergrundwissen.

 

Was geboren wird hat ein Recht zu sein. Solange niemand dadurch zu Schaden kommt, sei er/sie/es wie er/sie/es ist und das ohne Bewertung.

 

Dass man Andersartigkeit fürchten kann, kennen wir alle aus unserem Leben. Das ist menschlich. Man kann es reflektieren und loslassen, zumindest sollte man sich bewusst machen, dass da noch nicht das Ende der Fahnenstange an Weisheit erreicht ist. Dass man Homo-Ehen aber als Niederlage für die Menschheit verurteilt spricht für ein gehöriges Maß an menschenverachtender Schlichtheit, und das schamlos in aller Öffentlichkeit, mit allem Nachdruck und aller Machthaberei „nach dem Willen Gottes“ vorgetragen.

 

Es folgt ein kurzer Wutausbruch: Herrje, was wundert ihr euch eigentlich, dass die Kirchen leer bleiben. Das hält man ja im Kopf nicht aus, was man da an absurden Thesen fressen und „glauben“ muss. Zurück zu den Überlegungen: Ich bin für die Lehre der Nächstenliebe. Und wenn meine Nächsten schwul sind und sich lieben, dann sollen sie das gut und gerne tun und all ihr Glück mit allen Menschen teilen. Wenn Heteros sich lieben und sich in Zweisamkeit zusammentun dürfen, dürfen Homos sich auch lieben und sich in Zweisamkeit zusammentun. Inoffiziell und offiziell. Wo ist der Unterschied?

 

Es geht laut Kardinal-Staatssekretär Parolin um die Verteidigung der Familie. Doch wer ist der Feind?

  • Wird durch die Homo-Ehe die Nachfolge ausgerottet? Wieso? Es gibt doch genug Hetero-Ehen, die für Nachwuchs sorgen, die sterben deswegen doch nicht aus? Anders gesehen: würden sich Homos an der Nachfolge beteiligen, wenn sie nicht heiraten? Noch mal anders gefragt: was ist mit den Hetero-Menschen, die unfruchtbar sind? Dürfen auch sie nicht heiraten, wenn es vor der Ehe bekannt ist?
  • Geht es um die Familie als Gemeinschaft? Familie ist eine Gemeinschaft. Manchmal sogar eine gute. Wenn nicht, sucht man sich seine Wahlfamilie, sprich Freunde und Partner. Gemeinschaft kann vieles sein, Familie auch. Das ist natürlich und fair.
  • Geht es um die Familie als geschützte Institution? Das erzählen Sie mal den vielen Liebhabern und Liebhaberinnen, die nebenbei geführt werden.

Wieso maßen Sie sich aussortierendes Regelwerk an, Herr Parolin, Sie vermehren sich schließlich auch nicht. Würden Sie sich selbst als Niederlage für die Menschheit bezeichnen?


Reden wir lieber nicht von Homo-Ehen als Gefährdung. Sie gefährden niemanden! Es verändert sich schlichtweg gar nichts, ob sie nun heiraten oder nicht.

 

Reden wir lieber von Pädophilie – hier sieht es schon ganz anders aus, denn hier kommt jemand zu Schaden, wenn die pädophile Neigung gelebt wird. Dass jemand mit ihr geboren wird, ist schlimm für denjenigen, der sie aushalten muss, weil er sie nicht ausleben kann. Denn ein Ausleben zerstört nachgewiesen Kinderseelen. Viele pädophil veranlagte Menschen stemmen sich mit aller Kraft gegen ihre schädliche Neigung. Der pädophile Mensch an sich gehört also genauso geliebt und respektiert.

 

Es mag sein, dass Herr Parolin ganz kluge theologische Gedanken zu seiner Aussage hat, die in einem in sich geschlossenen System logisch sind. Als Laie kann ich das nicht beurteilen. Aber Herr Parolin kann genauso wenig beurteilen, was Gottes Wille ist, er kann es höchstens vermuten und an seine Vermutung glauben.

 

Für mich klingt seine vom Vatikan gestützte Aussage „Home-Ehen sind eine Niederlage für die Menschheit“  jedoch wie ein Aufruf zum menschenschadenden Mobbing im ganz großen Stil und wer Mobbing schon mal erlebt hat, weiß, dass das nichts aber so gar nichts mit Nächstenliebe zu tun hat! An Nächstenliebe wiederum glaube ich.

 

Sandra


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